20.08.2026

Originelles Jubiläumsgeschenk der Bamberger Schönstattfamilie

Schwester Antje-Maria Wunderwald
Deutschland

Anfang des Jahres erreichte uns eine überraschende Einladung: Die Bamberger Schönstattfamilie hat überlegt, wie wir uns am Jubiläum der Schönstätter Marienschwestern beteiligen könnten … in einer Sitzung unseres Diözesanfamilienrates wurde die Idee geboren,

dass wir die Schwesterngemeinschaft gerne

am 15. August zum Fest Mariä Himmelfahrt

zu uns auf unseren Marienberg einladen möchten …“

Wir sind überrascht und beeindruckt von dieser originellen Idee, die zugleich ein großzügiges Angebot ist, denn die Bamberger Schönstattfamilie übernimmt nicht nur die Kosten für die Busfahrt, wir sind auch den ganzen Tag über ihre Gäste. Mit Freude nehmen wir dieses Jubiläumsgeschenk an, und brechen am frühen Morgen des Festes Maria Himmelfahrt mit 31 Schwestern und sechs Kandidatinnen aus Schönstatt Richtung Oberfranken auf.

Auf der gut vierstündigen Fahrt stimmen wir uns durch Gebete, Lieder und durch einen Bericht über die beeindruckende Geschichte des Marienbergs und des „Heiligtums der Verbundenheit“ auf unser Ziel ein: Bis 1990 war auf dem Marienberg ein Nato-Stützpunkt, von 1991 bis 1996 ein Trappistenkloster. Danach begann dort die Geschichte Schönstatts, und im Gnadenjahr 2000 konnte das „Heiligtum der Verbundenheit“ eingeweiht werden.

Mit Freude erwartet

Schon als unser Bus ins Zentrum einfährt, dürfen wir erleben: Wir werden mit großer Freude erwartet.
Schwester M. Carolina Ehrensberger, die Wallfahrtsschwester vom Marienberg, begrüßt uns herzlich. Sie hat mit ihrem Team alles bis ins Detail für uns vorbereitet und sorgt zuerst für eine kleine Stärkung, denn Leib und Seele gehören zusammen – das ist bei einem fränkischen Wallfahrtstag eine Selbstverständlichkeit.

Festgottesdienst vor dem Heiligtum

Beim Heiligtum haben sich an diesem heißen Hochsommertag ca. 500 Wallfahrer eingefunden, wir nehmen in der Schattenhalle unsere reservierten Plätze ein. Domkapitular Martin Emge ist Hauptzelebrant, Msgr. Josef Treutlein und Pfr. Andreas Hornung konzelebrieren. Musikalisch wird die Heilige Messe mit Liedern gestaltet, bei denen alle kräftig mitsingen können – begleitet von einer zünftigen Blaskapelle von Hohenpölz.

Msgr. Treutlein lässt uns in seiner Predigt sozusagen mit den Augen Mariens vom Himmel aus auf ihre „Lebenslinien“ zurückschauen. Die Gottesmutter hätte über jede Station ihres Lebens sagen können „Das hatte ich mir anders vorgestellt.“ Und dennoch ließ sie sich nicht davon abbringen, Gottes Willen immer anzunehmen und tapfer mitzugehen. Rückblickend stellt sie fest, wie wunderbar die Wege Gottes sind. Dadurch werden wir angeregt, von oben auf unser eigenes Leben zu schauen, mit Maria unseren Weg zu gehen und zu vertrauen, dass Gott alles zu einem guten Ende führen wird.

Sakramentsprozession über den Marienberg

Am Ende des Festgottesdienstes wird das Allerheiligste in der Monstranz ausgesetzt, und es formiert sich eine Prozession, die uns zu zwei Altären – am Zeltplatz und am Festplatz – und schließlich zum Heiligtum zurückführt. Von der Blaskapelle begleitet loben wir Christus und seine Mutter in volkstümlichen Liedern. Dazwischen greifen Litaneien mit deutlichen, klaren Worten auf, was uns und viele Menschen heute bewegt.

Fränkische Gastfreundschaft pur

Nun bleibt viel Zeit, um die fränkische Gastfreundschaft zu erfahren und mit vielen ins Gespräch zu kommen. Wir erleben, dass wir gern gesehene Gäste sind. Niemand braucht sich fremd zu fühlen, man spricht sich einfach an, tauscht sich aus. Doch auch auf bekannte Gesichter treffen wir Schwestern überraschend, z. B. auf den Bruder einer mexikanischen Kursschwester oder auf die Diözesanträgerin aus der längst vergangenen Zeit in der Mädchenjugend.

In der Hauskapelle läuft nonstop der Einladungsfilm zum 100-Jahr-Jubiläum der Schwestern, im Schönstattheiligtum ist Gelegenheit zur stillen Anbetung des Herrn im Sakrament. Heinz Künzel, der Vorsitzende des e.V., gibt uns Schwestern eine interessante Führung durch das Franz-Reinisch-Haus. Wir sind beeindruckt von seinem Engagement für den Marienberg, das für den Einsatz vieler steht, die mit Freude und Selbstlosigkeit einfach zupacken, wenn sie auf dem Marienberg gebraucht werden.

Festandacht mit Primizsegen und Schwesternchor

Am Nachmittag versammeln sich die Pilger zur Festandacht noch einmal beim Heiligtum. Kaplan Daniel Hartmann, Neupriester der Erzdiözese Bamberg, betet sie mit uns und erteilt gerne den Primizsegen. Mehrstimmig und mit Instrumentalbegleitung singen wir Schwestern dabei unser Jubiläumslied und „Maria, Licht unserer Hoffnung“.

Herzliche Begegnungen

Bis zur Abfahrt unseres Busses ist noch einmal Zeit zu Begegnungen und Austausch. Wir sind sicher, dass der Wunsch der Bamberger Schönstattfamilie heute in Erfüllung gegangen ist, der im Einladungsschreiben ausgedrückt war: Die vielen Besucher an diesem Tage konnten erleben, „dass es nicht nur die eine Marienschwester auf dem Marienberg gibt, sondern dass die Gemeinschaft viel größer und vor allem international ist.“

Schwester M. Carolina beschenkt jede Schwester mit einem Lichtchen vom Marienberg, dann winken sie, Herr Künzel und eine ganze Gruppe herzlicher Franken zum Abschied und in der Vorfreude auf ein Wiedersehen am 3. Oktober beim Schwesternjubiläum in Schönstatt!

Fotos: Marienberg (1) und Primiz Einzelsegen: Sr. M. Lioba Ruprecht, andere Fotos: Jorge Ñancupil O.