05.08.2026

Ein geglücktes Wagnis

Schwester Antje-Maria Wunderwald
Deutschland

Ein geglücktes Wagnis:

die Frauengemeinschaften Schönstatts

Nach dem Wunsch des Gründers, P. Josef Kentenich, treffen sich die Leitungen der Frauen von Schönstatt, der Schönstätter Marienschwestern und des Schönstatt-Frauenbundes regelmäßig. Einmal im Jahr erneuern sie die Krönung des Marienbilds in der Gründerkapelle, die 1969 erstmals getätigt wurde. Hier ein Eindruck der Feier im Juli 2023.

In diesem Jahr, in dem die Marienschwestern ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern,
laden sie die beiden anderen Gemeinschaften ins Mutterhaus ein.

Schon bei der Begrüßung an der Pforte geht es fröhlich zu. Frau Dr. Geni M. Hoss, Bundesleiterin des Schönstatt-Frauenbundes, überreicht Schwester M. Joanna Buckley, Generaloberin der Marienschwestern, einen blühenden Rosenstock. Drei Bänder zieren ihn, sie stehen symbolisch für die drei Frauengemeinschaften. Schwester M. Joanna nennt diesen Abend eine kleine Jubiläumsfeier und lädt zu einer Führung in unsere Jubiläumsausstellung ein.

„Lichtspuren“ und „Anfangsfeuer“

Schwester M. Veronika Riechel vom Jubiläumsteam lenkt im Ausstellungsbereich „Lichtspuren unseres Charismas – eine Reise nach innen“ zunächst den Blick auf die gemeinsamen Wurzeln: P. Kentenich suchte Anfang der 20er Jahre Mitarbeiterinnen, die sich für die wachsende Frauenbewegung Schönstatts engagieren und im Apostolat einsetzen. Aus dem Frauenbund entstanden zwei Säkularinstitute: 1926 die Marienschwestern, 20 Jahre später die Frauen von Schönstatt. Die Schwestern sind das erste Säkularinstitut, das in Deutschland gegründet wurde. Der Weg bis zur endgültigen Approbation der Gemeinschaft war spannend. Deren Charisma ist keine spezielle Aufgabe, sondern die Sendung, Maria durch unser Sein in der jeweiligen Zeit gegenwärtig zu setzen.

Der nächste Bereich ist überschrieben „Anfangsfeuer – eine Reise in unsere Geschichte“. Am Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es eine Reihe von Frauen, die die Welt veränderten. Auch am Beginn der Frauenbewegung in Schönstatt ist es so. Der Blick auf einige Schwestern aus einem Kurs der Anfangszeit, den P. Kentenich eine „Galerie der Originalität“ nannte, belegt dies. Auf ganz unterschiedliche Weise prägten sie die Geschichte der Schwesternfamilie mit: als Leitungsschwestern, in Mission und Diaspora und durch Opfer und Gebet.

Froher Austausch beim Abendessen

Nun sind alle zum festlichen Abendessen eingeladen, eine größere Gruppe von Schwestern gesellt sich noch dazu. Mit Freude nutzen alle die Gelegenheit, mit den Frauen der anderen Gemeinschaften ins Gespräch zu kommen. Auch hier im Speisesaal kann man von einer „Galerie der Originalität“ sprechen, denn jede verwirklicht ihre apostolische Berufung zu Schönstatt auf originelle Weise, entsprechend der Sendung ihrer Gemeinschaft. Der frohe Austausch nimmt erst ein Ende, als es Zeit wird, sich auf den Weg in die Gründerkapelle zu machen.

Krönungserneuerung in der Gründerkapelle

Bald ist diese ganz gefüllt, weitere 60 beten von der Anbetungskirche aus mit. Vorbereitet wurde dieser Höhepunkt des Abends von je einer Vertreterin jeder Gemeinschaft.

Wir nehmen in uns auf, wie P. Kentenich das Wagnis der Frauengemeinschaften Schönstatts in einer Ansprache an den Frauenbund beschreibt. Er rang mit sich:

… sollte ich die Verantwortung übernehmen, dass junge edle Menschen ihren Beruf und ihr Brot verlieren, und ein Werk mitgründen helfen, das in der Kirchengeschichte noch neu und einzigartig originell war? Es war nirgendwo die Idee verkörpert. Hätte es sich gehandelt nur um eine neue Gemeinschaft, die bloß der Zahl nach neu, aber der Idee nach alt gewesen, wäre das Risiko nicht so groß gewesen. Es sind eine ganze Menge Überlegungen, die mich veranlassten, den Geist des neuen Menschen – wir könnten heute sagen, nach dem Institut der Marienschwestern und der Frauen von Schönstatt zu pflegen.“ (15.4.1950)

Dass dies glückte und dass Maria sich auch in dieser Hinsicht als mächtig erwies, wurde vor 60 Jahren bei der Erweiterung des Titels Marias in Schönstatt deutlich. Der Gründer proklamierte sie Ende Mai 1966 als Siegerin. Sie hat gesiegt – auch in den Frauen und durch sie.

Mit der erneuten Übergabe der Krone des Marienbilds in der Gründerkapelle erklärten sich die drei Gemeinschaften bereit, weiterhin Hand in Hand mitzuhelfen, dass Schönstatt viele Menschen erreicht und für die Kirche fruchtbar wird.

 

Fotos: Schw. Maritta Zell