Aus der Gemeinde Neuler im Ostalbkreis/Baden-Württemberg stammen fünf Schönstätter Marienschwestern und weitere waren über die Jahre im Ort aktiv. Ein guter Grund, um im Rahmen des Heimaturlaubs auf das Jubiläum hinzuweisen und zum Mitfreuen und Mitfeiern einzuladen.
Das Motto des 100-Jahr-Jubiläums ist ein Wort, das durch vielfältige Erfahrungen in den vergangenen 100 Jahren reich gefüllt ist: Maria, Licht unserer Hoffnung! Mit Interesse verfolgen die 32 Teilnehmenden beim Seniorennachmittag am 2. Juli und die 30 Teilnehmenden beim Gemeindeabend am 9. Juli die Ausführungen von Sr. Marié Munz.
Film-Clips mit Geschichtlichem und mit Zeugnissen geben weiteren Einblick in die Gemeinschaft und das Leben der Schönstätter Marienschwestern. Vor allem die Internationalität, die Vielfalt der Einsatzgebiete, der Blick in die schwierige Anfangszeit und die Art der Bindung an die Gemeinschaft ohne die klassischen Gelübde, sind für viele der Teilnehmenden neu. Für die fünf Neulermer Frauen und weitere ca. 3000 Marienschwestern weltweit wurde der Weg im Liebesbündnis mit Maria, den Pater Josef Kentenich im achtsamen Hören auf die Führungen Gottes in Schönstatt erschloss, zur Lebensberufung.
Als einige Bilder gezeigt werden, wo überall das Gnadenbild von Schönstatt im Gemeindegebiet zu finden ist (Pfarrkirche, Wegkapellen, Bildstöcke …), ergänzen die Anwesenden die Angaben und schließlich sagt eine Teilnehmerin ganz froh: „Und bei mir zu Hause ist die Schönstattt-Muttergottes auch.“ Seit 1997 ist auch die Pilgernde Gottesmutter im Gemeindegebiet unterwegs.

Ein aufgestelltes großes MTA-Bild gibt Zeugnis von den frühen Verbindungen zwischen der Gemeinde Neuler und Schönstatt. Auf der Rückseite des Bildes steht in Handschrift: „Marianisches Volksjahr 1934“. Die erste der insgesamt fünf Schönstätter Marienschwestern aus der Gemeinde Neuler tritt 1935 in die Gemeinschaft ein: Schwester M. Geralda Mayer (1909 – 2005). Schwester M. Deonata Mayer (1928 – 2018) ist ihre leibliche Schwester und folgt ihr einige Jahre später. Beide stammen von einem Hofgut, zu dem bis heute eine kleine Kapelle mit dem Schönstattbild gehört. Nach Kriegsende kann Schw. M. Englinde Sachsenmaier (1914 – 2006) ihrer Berufung folgen. Im März 1964 tritt Schw. Melanie Bieg in die Gemeinschaft ein und im Februar 1978 Schw. Marié Munz.
Manche der Anwesenden erinnern sich an Schw. M. Hilaris Kuhn (+1988), die ab 1980 in der Gemeinde Neuler in Schule und Seelsorge tätig und sehr beliebt war. Auch sie stammte aus der Nähe, aus Schwäbisch Gmünd. Voll Freude erinnert sich eine Frau mittleren Alters, dass sie, durch Sr. M. Hilaris motiviert, einige Jahre eine Schönstatt-Mädchengruppe geführt hat.
Ein Blitzlicht vom Wirken von Schw. M. Geralda weckt ein wenig „Landsleute-Stolz“. In der Chronik der Gemeinde Dietershausen bei Fulda heißt es: „Am Kriegsende spielte die damalige Oberin Schw. M. Geralda eine wichtige Rolle. Sie sollte am 6. April 1945 den heranrückenden amerikanischen Soldaten mit einer weißen Fahne die Friedfertigkeit der Dietershäuser signalisieren. Kaum war sie ihnen entgegengegangen, eröffneten SS-Schergen, die sich entgegen vorheriger Behauptung doch noch im Ort verschanzt hielten, das Feuer. Jedoch Schw. M. Geraldas Wagemut brachte Dietershausen die Befreiung.“
Mit dem Video-Clip „Save the date“ werden alle herzlich zur großen Jubiläumsfeier am 3. Oktober 2026 nach Schönstatt eingeladen. Die Schwestern feiern und danken, denn: Sie haben in 100 Jahren durch Höhen und Tiefen hindurch Großes erlebt und erfahren: Maria ist das Licht unserer Hoffnung! – Eine Botschaft, die sie hineinsagen in unsere Zeit.
Am Ende der beiden Veranstaltungen dankt Schw. Marié den Anwesenden und der ganzen Gemeinde, dass „im Schatten der Pfarrkirche und der Wallfahrtskirche Schönenberg in Ellwangen/Jagst“ geistliche Berufungen wachsen konnten.
Als Schönstatt-Gruß und als Zeichen der wertschätzenden Verbundenheit erhalten alle ein selbst gebackenes „Heiligtums-Plätzchen“. Im Gespräch und beim Beschriften von „Krugzetteln“, die zum Urheiligtum in Schönstatt zur nächsten Bündnisfeier mitgenommen werden, klingen beide Veranstaltungen in froher Atmosphäre aus.

Die nächsten Termine von „100 Orte für 100 Jahre“:
1. August 2026: Vallendar (Bistum Trier)
23. August 2026: Duisburg (Bistum Essen)
12. September 2026: Mannheim (Erzbistum Freiburg)
13. September 2026: Arnstadt (Bistum Erfurt)
Kontaktadresse: hundert.orte@s-ms.org