Mit einer Festakademie auf Berg Schönstatt haben die Schönstätter Marienschwestern am 2. Oktober ihre Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen eröffnet. Gäste aus Kirche und Gesellschaft, Mitglieder der Schönstatt-Bewegung sowie Angehörige und Freunde waren zu dem Jubiläum zusammengekommen. Aus Rom ist Kurienkardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, angereist. Er wird Hauptzelebrant bei der Festmesse am 3. Oktober 2026 sein.

Im Mittelpunkt der Festakademie stand das Leitwort „Maria – Zukunft hat ein Gesicht“. Es gab dabei nicht nur theologische Impulse, sondern auch persönliche Zeugnisse darüber, was Maria für die Schwestern bedeutet. In einem Film und persönlichen Beiträgen beschrieben Schwestern Maria unter anderem als Vorbild, Kompass, Begleiterin und als jene, die Menschen miteinander verbindet. Auch Sr. M. Lisianne Braunbeck, Mitglied der Generalleitung, machte deutlich, welche Bedeutung Maria für das Leben der Gemeinschaft hat.

Ein besonderer Akzent lag zudem auf der neuen Lichtsäule in der Anbetungskirche, die von der Künstlerin María Jesús Fernández Ortiz gestaltet wurde. Die Lichtsäule war als Jubiläumsgabe für die Marienschwestern entstanden. Das Kunstwerk steht zugleich in einer langen Geschichte: Bereits 1957 war angesichts der damaligen politischen Situation der Wunsch entstanden, Maria mit Vertrauen und aus Dankbarkeit ein sichtbares Zeichen zu schenken. Mit der Lichtsäule wurde dieser Gedanke zum 100-jährigen Jubiläum neu aufgegriffen.
Maria als Urbild der Kirche
Den theologischen Hauptvortrag hielt Kardinal Kurt Koch zum Thema „Schönheit, die rettet. Die verändernde Kraft Marias für die Kirche von heute und morgen“. Er stellte Maria als Ursprung und Urbild der Kirche vor und knüpfte dabei auch an das Zweite Vatikanische Konzil an. Maria sei die Hörende, die das Wort Gottes aufnimmt und ihm Raum gibt. In ihrem „Ja“ und im Magnificat werde sichtbar, was es bedeutet, Gott in der Welt Raum zu geben.
Koch betonte außerdem die enge Verbindung zwischen der Sendung Jesu und der Sendung Marias. Bei der Hochzeit zu Kana werde deutlich, wie Maria auf Jesus verweist. Zugleich beschrieb er das Marianische als eine Grundhaltung der Kirche: Sie empfängt zunächst von Gott, bevor sie selbst tätig wird. Maria steht dabei für die empfangende und mütterliche Dimension der Kirche.

Unter dem Bild der „Schönheit, die rettet“ richtete Koch den Blick schließlich auch auf die Sendung der Marienschwestern. Sie seien gerufen, von der Schönheit Marias und damit von der Schönheit Gottes Zeugnis zu geben.
Die Marienschwestern verschönerten den Nachmittag mit ihrer Musik
„Maria – Licht unserer Hoffnung“
Am Abend setzte die Lichtfeier in der Anbetungskirche einen weiteren Akzent. Unter dem Leitwort „Maria – Licht unserer Hoffnung!“ dankten die Schwestern mit Liedern, Gebeten und Kerzen für die 100-jährige Geschichte ihrer Gemeinschaft. Dabei wurde die Geschichte der Marienschwestern als ein Weg verstanden, auf dem Maria durch dunkle Zeiten hindurch zum Licht geführt habe. Zugleich richtete sich der Blick auf die Zukunft: Die Schwestern verstehen sich als ein kleines, aber wirksames Licht der Hoffnung.
Im Mittelpunkt stand erneut die neue Lichtsäule vor dem Marienbild. Ihr Motiv erinnert an die biblische Wolken- und Feuersäule, die dem Volk Israel auf seinem Weg durch die Wüste Orientierung gab. So wurde sie zum Zeichen für die Erfahrung: Gott ist da und lässt die Menschen auf ihrem Weg nicht allein. An ihrem Licht entzündeten die Teilnehmer ihre eigenen Kerzen. Gebete und Fürbitten galten dabei Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen, den Pilgern und Gästen des Jubiläums sowie den Menschen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt.
Mit Liedern und dem Dank an Maria endete der erste Tag der Jubiläumsfeierlichkeiten.
Der Blick richtete sich bereits auf den folgenden Festtag, an dem die 100-jährige Geschichte der Schönstätter Marienschwestern weiter gefeiert und gewürdigt wurde.
Fotos: Sr. M. Florence Harder












