in der Innenstadtpfarrei St. Laurentius in Erfurt
„Unsere Bischofsstadt Erfurt darf bei dieser Aktion nicht fehlen“, so meinten die Schönstätter Marienschwestern in Friedrichroda, denn seit Jahrzehnten sind sie in Erfurt tätig und bekannt! Darüber hinaus arbeiten sie im Bistum Erfurt am Schönstattzentrum im Kleinen Paradies in Heilbad Heiligenstadt und in Friedrichroda im Thüringer Wald.
Mit einer Anfrage stießen sie bei Pfarrer Christian Gellrich, St. Laurentius, Erfurt, sofort auf ein offenes Ohr, ein Termin war bald gefunden.
Am Sonntag, dem 19. Juli 2026,
fanden sich dann vier Schönstätter Marienschwestern in der St. Lorenzkirche, in der Stadtmitte von Erfurt, zum Sonntagsgottesdienst ein. Pfarrer Gellrich begrüßte sie herzlich und wies – in Anlehnung an das Evangelium – darauf hin, dass wir auch heute erleben können, dass guter Same aufgeht, dass es Wachsen und Reifen an ganz unterschiedlichen Orten gibt: „Davon möchten die Schönstätter Marienschwestern uns heute berichten!“
Die vier Schwestern stellten sich kurz vor:
Schwester M. Sieglinde Kahlke stammt aus dem Eichsfeld, arbeitet als Altenpflegerin im Carolinenstift in Erfurt und ist der Gemeinde auch durch regelmäßige Dienste als Diakonatshelferin bekannt.
Schwester M. Margrit Pfennigsdorf stammt aus Dessau; als Bildungsreferentin arbeitete sie viele Jahre in der Schönstatt-Familienbewegung in den ostdeutschen Diözesen und war später Referentin für Wallfahrtsveranstaltungen in Friedrichroda, wo sie auch heute noch gerne lebt.
Schwester M. Judith Bauch kommt aus Münchenbernsdorf. Sie erlernte in Erfurt den Beruf der Krankenschwester und studierte später Betriebswirtschaft. In diesem Beruf arbeitet sie heute für die Gemeinschaft in Friedrichroda und ist nebenbei Organistin.
Schwester M. Andrea Lisdat stammt aus Erfurt und ist zurzeit die Oberin in Haus Waldfrieden, wo Menschen immer wieder zum Schönstattheiligtum kommen, Besucher und Gäste im Pilgertreff bei einer Tasse Kaffee sich austauschen und wo ältere Mitschwestern in froher Gemeinschaft ihren Lebensabend verbringen.
Die Schwestern konnten der Gemeinde dann von ihrem 100-Jahr-Jubiläum erzählen und wie Pater Josef Kentenich 1926 das Wagnis einer Neugründung schulterte: Aus einem kleinen Anfang, ohne wirtschaftliche Absicherung und ohne direktes Vorbild, aber mit 18 jungen Frauen, die von Idealismus und Einsatzfreude erfüllt waren, wuchs eine neuartige, heute internationale Schwesterngemeinschaft, die gemeinsam mit anderen Gliederungen des Schönstattwerkes weltweit segensreich arbeitet.
Bereits im Jahr 1933, sieben Jahre nach der Gründung, kamen die ersten Marienschwestern in die Diaspora nach Friedrichroda und wirkten von da aus in vielen Gemeinden mit ihrem marianischen Charisma – nicht nur im Bistum Erfurt, sondern weit darüber hinaus in den östlichen Bistümern.
Auf die Zwischenfrage an die Versammelten, ob jemand den Namen einer Schwester nennen kann, die in Erfurt war, wurden einige Namen genannt. Das hat Freude geweckt und gezeigt, dass Schwestern Spuren hinterlassen haben und in Erinnerung geblieben sind!
Aus Chronikaufzeichnungen ist zu entnehmen, dass mehr als 20 Schwestern im Laufe der Jahre in Erfurt eingesetzt waren: Seit dem Beginn des Seminars für Seelsorgehelferinnen im nahe gelegenen Ursulinenkloster in den 1950er Jahren nahmen Schwestern an dieser Ausbildung teil, ebenso im Seminar für Erzieherinnen. Die Schwestern wirkten als Seelsorgehelferinnen, im Pfarrbüro, in der Krankenhaus-Pastoral, als Sekretärin des Bischofs und auch in der Haushaltsführung im Bischofshaus. Mehrere Schwestern absolvierten das philosophisch-theologische Studium im Edith-Stein-Seminar.
Das ist Grund zu großer Dankbarkeit gegenüber Gott, der Gottesmutter und allen gegenüber, mit denen die Schönstätter Marienschwestern gelebt und gewirkt haben.
Mit einem zusammenfassenden Dankgebet und mit der Bitte um Segen für die Zukunft, überreichten die Schwestern Blumen für den Marienaltar und eine brennende Jubiläumskerze. Zum Abschluss erhielten alle Anwesenden eine kleine „Visitenkarte“ – gleichsam wie ein Rezept, mit dem die Schwestern seit nunmehr 100 Jahren wirken:
„Mhc – Mater habebit curam – Die Mutter wird sorgen!“
Mit diesem guten Tipp für den Alltag und mit einem gemeinsam gesungenen Lied beendeten die Schwestern ihr kurzes Statement.
Nach dem Gottesdienst gab es vor der Kirche noch Begegnungen, Austausch über manche Aktivitäten und positive Rückmeldung über diesen Gottesdienst … Es wurden neuen Kontakte geknüpft und Grüße weitergegeben.
Die beteiligten Schwestern sind sich einig: Es war ein sehr frohmachendes Erlebnis!
Die nächsten Termine von „100 Orte für 100 Jahre“: 
23. August 2026: Duisburg (Bistum Essen)
13. September 2026: Arnstadt (Bistum Erfurt)
19. September 2026: Zella/Helmsdorf (Bistum Erfurt)
26. September 2026: Wilhelmshaven (Bistum Münster)
Kontaktadresse: hundert.orte@s-ms.org


