27.07.2026

„100 Orte für 100 Jahre“ – Ein herzliches Willkommen in Bliesheim, Erzdiözese Köln!

Schwester M. Lina Heidebrunn
Deutschland

Am Sonntag, dem 12. Juli 2026, macht sich eine kleine Abordnung von sieben Schönstätter Marienschwestern von Maria Rast bei Euskirchen auf den Weg, um in den ca. 20 km entfernten Ort Bliesheim zu fahren.

Schon längere Zeit ist der Termin geplant, um im Zuge der Jubiläums-Aktion „100 Orte für 100 Jahre“ auch in dieser Gemeinde mit den Menschen den Dank und die Freude zu teilen, dass ein Großteil der bisherigen Geschichte der Schönstätter Marienschwestern mit dem Ort Bliesheim und seinen Einwohnern verknüpft ist: 86 von 100 Jahren wirkten Schwestern hier im Ort und war Bliesheim eine Heimat für sie.

In dem kleinen Dorf mit knapp 3000 Einwohnern gehen die Schwestern in den Spuren ihrer „Vorläuferinnen“. Auf dem Weg zur Kirche kommen sie an dem Haus vorbei, in dem sich damals die Filiale der ersten Marienschwestern in Bliesheim befand.

Auf dem Weg zur Kirche
Haus der ersten Marienschwestern in Bliesheim

Zu den ersten Schwestern zählten Sr. M. Hadamuth Kemper und Sr. M. Alfonsa Kemper. Sie kamen 1929 nach Bliesheim, also bereits drei Jahre, nachdem die Schwesterngemeinschaft gegründet war. Im Laufe der Jahre kamen viele Schwestern hierher, sie wirkten hier bis 2012. Dann musste die Gemeinschaft diese Niederlassung schließen.

Die damaligen Aufgabenfelder waren an wichtigen Nahtstellen der Gemeinde, sodass die Schwestern mit vielen Bliesheimern in Kontakt standen, mitten unter ihnen arbeiteten und lebten; so z.B. im Kindergarten, in der Sakristei, in der ambulanten Krankenpflege, im Altenheim, im Kranken-Besuchsdienst, in der Nähstube , bei Handarbeitskursen.

Sr. M. Bernadite Simons blieb noch als letzte Schwester bis Januar 2015 in der Gemeinde, besuchte ältere und kranke Personen und brachte das Pilgerheiligtum in viele Familien. Mit ihrem Umzug nach Maria Rast endete die 86-jährige Tätigkeit der Schönstätter Marienschwestern in Bliesheim.

Heute gibt es eine erneute Begegnung mit den Bewohnern von Bliesheim und Umgebung. Dazu sind die sieben Schwestern herzlich von Pfarrer Willi Hoffsümmer zum Gottesdienst in der St.-Lambertus-Kirche eingeladen.

Schwestern mit Pfr. Hoffsümmer beim MTA-Bild

Bevor die hl. Messe beginnt, werden den Schwestern die für sie reservierten Bänke gezeigt. Denn mit denen hat es etwas Besonders auf sich. Jeweils die vierte Bank im Mittelschiff auf der rechten und linken Seite ist mit einer Plakette gekennzeichnet, auf der das Wort „Schwestern“ eingraviert zu lesen ist. Sie stammen noch aus der Zeit der ersten Schwestern, die nach Bliesheim kamen! Eine Frau erzählt später dazu: „Nachdem die Bänke in der Vergangenheit wegen Renovierungsarbeiten aus der Kirche raus mussten, sorgten wir direkt wieder dafür, dass die gekennzeichneten Bänke für die Schwestern ihren alten Platz fanden. Und heute war es so schön, wieder Marienschwestern in diesen Bänken zu sehen. Es sah genauso aus wie früher!“

Rechts und links die alten Schwesternbänke zu sehen
Rechts und links die alten Schwesternbänke zu sehen

Während der hl. Messe gibt Pfr. Hoffsümmer der Gemeinde zunächst einen originellen und lebhaften Rückblick über die Zeit des Wirkens der Schwestern in Bliesheim, bis er das Wort an Schw. M. Hanna-Lucia Hechinger übergibt.

Mit Worten des Dankes und der Freude für Vergangenes und mit Worten der Zuversicht und der Hoffnung für die Zukunft richtet sie sich an alle Kirchenbesucher. Dafür steht auch symbolisch die kleine entzündete Kerze, ein Licht der Hoffnung – so wie Maria Licht unserer Hoffnung ist in allen stürmischen Zeiten. Ein Rückzugsort in diesen „stürmischen Zeiten“ des Lebens kann auch die kleine Seitenkapelle sein, die der Gründer Pater Josef Kentenich bei Einweihung des MTA-Bildes 1930 als den „stillen Winkel“ bezeichnete. Dieser soll allen „geistige Heimat“ schenken und sie „tief verwurzeln“, um festen Halt zu haben in allen Stürmen ihres Lebens.

MTA-Bild im stillen Winkel

Am Ende bringen die Schwestern als Zeichen des Dankes einen Lilienstrauß und eine Jubiläumskerze zum MTA-Bild im „stillen Winkel“, und die ganze Gemeinde stimmt in das Schlusslied mit ein: „Breit um uns deinen Mantel“.

Schwestern haben Blumen und Kerze gebracht

Lilienstrauß und Kerze am MTA-BildAuf dem Kirchplatz kommt es noch zu einem regen Austausch zwischen den Gottesdienstteilnehmern und den Marienschwestern. Viele erzählen von ihren Erlebnissen, die sie damals mit den Schwestern hatten.

Begegnungen auf dem Kirchplatz

So erinnert sich zum Beispiel ein Mann und erzählt mit einem Lächeln im Gesicht: „Sr. M. Waltraud Schönberger war für die Blumen in der Kirche zuständig. Sie hielt überall in den Gärten Ausschau, was sie gebrauchen könnte. Wir haben es ihr nie verübelt, wenn sie sich an den Blumen einfach bediente. Sie durfte das!

Zum Ausklang des Vormittages folgen die Schwestern gerne der Einladung von Pfr. Hoffsümmer und dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes zu einem kleinen Imbiss ins Pfarrheim. Auf dem Weg dorthin gehen sie erneut in den Spuren der ersten Schwestern, denn das Pfarrheim liegt hinter dem Kindergarten, der heutigen Kita, wo die Schwestern damals gearbeitet haben.

Ausklang im Pfarrheim

Nach einer guten Stärkung folgt eine frohe Verabschiedung, und für alle steht schnell fest: „Die Schönstätter Marienschwestern und die Bliesheimer bleiben im Kontakt!“

 

Die nächsten Termine von „100 Orte für 100 Jahre“:

1. August 2026: Vallendar (Bistum Trier)

23. August 2026: Duisburg (Bistum Essen)

12. September 2026: Mannheim (Erzbistum Freiburg)

13. September 2026: Arnstadt (Bistum Erfurt)

Kontaktadresse: hundert.orte@s-ms.org