21.06.2026

Lichtsäule in der Anbetungskirche

Schönstätter Marienschwestern
Deutschland

«Lichtsäule»

vor dem Bild der Siegerin

in der Anbetungskirche

Zur ENTSTEHUNG

1957 legte die Generalleitung der Schönstätter Marienschwestern das Versprechen ab, der Gottesmutter zum Dank für erfahrenen Schutz und zum Zeichen unerschütterlichen Vertrauens in Verbindung mit der Anbetungskirche eine Dankes- und Siegessäule zu errichten. Hintergrund war zum einen die Zeit des Kalten Krieges und zum anderen die schwierige Situation, in der sich Schönstatt und die Marienschwestern durch das Exil des Gründers (1951-1965) befanden.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden in vielen Städten und in zurückliegenden Jahrzehnten auch an Schönstattzentren vergleichbare Säulen, meist mit einer Statue der Gottesmutter Maria, errichtet. Die Überlegungen, in welcher Weise das Versprechen von 1957 eingelöst werden kann, erstreckten sich über einen längeren Zeitraum.

Das Ergebnis: Die versprochene Säule hat die Form einer

Lichtsäule vor dem Bild der Dreimal wunderbaren Mutter,

Königin und Siegerin

in der Anbetungskirche.

Sie ist – über ihre geschichtliche Bedeutung hinaus –

 Denkmal und Dank

für die von Gott gesegnete Geschichte der Schönstätter Marienschwestern von 100 Jahren: 1926 – 2026.

ENTWURF UND AUSFÜHRUNG
María Jesús Fernández Ortiz, 2026

Die Symbolik der Lichtsäule

Material und Grundidee

Leuchter und Sockel sind aus einer hellen Bronze-Legierung gegossen; die Lichtampel ist aus lichtdurchlässigem weißem Alabaster gearbeitet. Der ganze Leuchter wirkt nicht so sehr durch einzelne Symbole, sondern gibt als Ganzes Zeugnis von unserer Erfahrung und unserer Zuversicht: Maria ist das Licht unserer Hoffnung.

Der Sockel

besteht in seiner Grundform aus einem Quadrat, in dem ein innerer Kreis eingelassen ist; diese Figuren sollen jeweils das Irdische (vier Himmelsrichtungen) und das Göttliche (das Ewige ohne Anfang und Ende), Natur und Gnade symbolisieren.  Das Göttliche tritt in das Irdische hinein: Der Gottessohn wird Mensch und wir Menschen sind in seine göttliche Kindschaft aufgenommen.

In der Kreis-Vertiefung sind

vier verschiedene Sorten von kleinen Steinen von Orten

gefasst, die stellvertretend stehen für Grundkräfte, aus denen Schönstatt lebt:

  • Marmor aus demselben Steinbruch, aus dem das Steinpflaster („Lithostrotos“) an der Stelle des Richterspruchs von Pilatus in Jerusalem (Joh 19,13) genommen war: dort, wo Christus seinen Leidensweg antrat, mit dem er den neuen und ewigen Bund in seinem Blut begründete.
  • Basalt aus dem Fundament des Urheiligtums,
  • Tuffstein von der Gründerkapelle und
  • Schieferstein aus dem Boden der Anbetungskirche.

Zwei ineinander verschlungene Ringe stehen für den heilsgeschichtlichen Gottesbund und für seine Konkretisierung in unserem Liebesbündnis mit der MTA von Schönstatt.

Inschrift FIAT MARIA 

Fiat! (lat. Es werde) Das ist das Wort vom Anfang.

Es „steht im Zusammenhang von Weltschöpfung und Heilsgeschehen. Am Anfang des Weltgeschehens sprach Gott: »Es werde Licht!« und es wurde Licht! Am Anfang des Heilsgeschehens sagte er: »Es werde Maria!« und es wurde Maria!(J. Kentenich)

Fiat – das ist auch die Antwort Marias, die sie uf die Botschaft des Engels in der Stunde der Verkündigung gab. Ihr Ja ermöglicht den großen Neuanfang in der Geschichte der Menschheit und wird so für jeden Menschen zum Licht der Hoffnung.

Fiat Mariaist Berufung und Sendung:
„Der Sinn unseres Marienseins oder unser Schönstattseins ist einfach: Maria werden. Das ist dieser große Werdeprozess, das ist die Marienwerdung unseres Lebens.“ (J. Kentenich)

Der Säulenschaft

Lilien, Rosen und Veilchen zieren den unteren Teil der Säule als Symbol des Paradieses, das in Maria, der Immakulata, wiederhergestellt ist.

Sie erinnern an das Leitbild, das der Gründer der Gemeinschaft und der Schönstattbewegung schenkte: Sie soll ein Garten Gottes, ein Mariengarten sein: ein Raum, wo freie Menschen wachsen und sich entfalten,  die wie Maria in der Kraft des Heiligen Geistes Christus in die Welt tragen und sie im Geist des Evangeliums erneuern.

Leiter

Im Schaft der Säule führen „Himmelsleitern“ (vgl. Gen 28,11-19) dynamisch von unten nach oben – ein Zeichen für den Weg, den Gott jeden Menschen und jede Gemeinschaft führt durch eine dramatische Geschichte hindurch, angedeutet durch verschiedene Einkerbungen.

Dieser Weg nach oben ist zum Teil durch blaue Emaille-Stücke als marianische Dynamik gekennzeichnet: Wie Maria halten wir vorsehungs-gläubig daran fest:

„Für Gott ist nichts unmöglich“ (Lk 1,37).
Gottes Wege sind immer Wege ins Licht.

Sternenkrone

Im oberen Teil der Lichtsäule ist der Sternenkranz der Gottesmutter angedeutet.

Sie ist das große Zeichen am Himmel (Off 12,1), die Frau, die Christus, den Sieger über Tod und Teufel, zu den Menschen bringt.

Lichtglas

aus lichtdurchlässigem, fein geschliffenem Alabaster:

Das Licht, das den Stein durchdringt, wurde aus dem Urheiligtum geholt, zum Gründergrab getragen und von dort in der Lichtsäule entzündet. Es soll fortwährend brennen und ist Zeichen für das Licht und Feuer des Heiligen Geistes und das von ihm geschenkte Charisma Pater Kentenichs. Gabe und Aufgabe der Schönstattbewegung heute und morgen:

Wie Maria

Licht der Hoffnung

sein für viele.

 

Fotos: Francine-Marie Cooper; María Jesús Fernández Ortiz