06.06.2026

Pfälzer Spargel und mehr …

Sr. M. Verena Röhrig
Deutschland

Dudenhofen

– ein Ort der „100 Orte für 100 Jahre“

Im kleinen Pfälzer Ort Dudenhofen – angrenzend an die Stadt Speyer und so fast in direkter Nachbarschaft zu dessen Mariendom – wurde 1962 eine Niederlassung der Schönstätter Marienschwestern gegründet. Am 27. Mai 2026 kam es im Rahmen der Jubiläums-Aktion „100 Orte für 100 Jahre“ zu Begegnungen zwischen einigen Marienschwestern aus Dietershausen und Menschen aus Dudenhofen, die sich auch nach der Auflösung der Niederlassung 2008 den Schwestern noch sehr verbunden fühlen. Sr. M. Verena Röhrig erzählt von diesem Erlebnis:

Dudenhofener Schwestern umspannen die ersten 100 Jahre der Gemeinschaft

Noch ganz in der Freude über unser wunderbares Jubiläumsfest an Pfingstmontag auf der Liebfrauenhöhe, machen wir uns am 27. Mai auf den Weg nach Dudenhofen bei Speyer, wo von 1962 bis 2008 Marienschwestern segensreich gewirkt haben. Über die Jahre war die Filiale meist mit jeweils drei Schwestern besetzt. In den beteiligten Personen umspannen sie interessanterweise die hundertjährige Geschichte unserer Schwesternfamilie:

Sr. Hannemaris im Rollstuhl: Mitte von links: Sr. M. Verena, Sr. Mirjanna, Sr. M. Ilga

Sr. M. Dorothea Morick war bei der Gründung der Gemeinschaft am 1. Oktober 1926 in Schönstatt dabei, und
Sr. M. Hannemaris Mileyska lebt als fast 101-Jährige noch heute auf der Liebfrauenhöhe in Rottenburg. Sie hat lange in Dudenhofen als Gemeindereferentin gearbeitet und in ihrer kontaktfreudigen Art ein stabiles Beziehungsnetz geknüpft.

Wenn sie jetzt auch fast den ganzen Tag in ihrem Zimmer auf der Krankenstation verbringt, so besitzt sie doch eine große innere Weite. Sie interessiert sich sehr für die Vorgänge in Kirche und Welt. Eine ihrer Lieblingslektüren ist „Der Pilger“, das Bistumsblatt der Diözese Speyer. Von ihr bringen wir einen Gruß nach Dudenhofen mit.

Pfälzer Spargel in allen Variationen

Mittags treffen wir drei Schwestern – Sr. M. Annbrigitt Möning, gebürtig aus Dudenhofen, Sr. M. Verena Röhrig aus Steinfeld/Pfalz und Sr. Karin-Maria Stenger aus dem Frankenland – im Haus der Gastgeber-Familie Zürker ein. Wir durchqueren einen weiträumigen Hofladen mit vielen bunten Pflanzen und Blumen, zahlreichen Obst- und Gemüsesorten und verlockenden Feinschmeckerangeboten. Da die Hofschänke mit einer großen Busgesellschaft besetzt ist, finden wir im Hof nebenan Platz. Dort werden wir von Frau Alschner, Pastoralreferentin, zwei Pfälzern aus Kandel (Sr. M. Luitgardis Holländer und ihrem Bruder Klemens , einem Marienbruder) erwartet. Die beiden Geschwister sind eigens aus Schönstatt gekommen, weil ihre Vorfahren aus Dudenhofen stammen und Sr. M. Luitgardis in Dudenhofen für einige Zeit eine Mitschwester vertreten hat.

Auf dem Tisch stehen schon Spargelsuppe und Baguette bereit. Dann gibt es eine Vorspeise mit Spargel in vielen Variationen. Wir Gäste können über die bunte Vielfalt nur staunen und haben kaum noch Platz für das Spargel-Hauptgericht.

Gegenseitige Großzügigkeit im Schatten des Speyerer Doms

Nach dem Mittagessen brechen wir zur Pfarrkirche auf, wo einige Personen warten, welche die Marienschwestern in Dudenhofen noch erlebt haben. Leider können Frau und Herr Zürker sowie weitere Helfer nicht mitkommen, weil die Arbeit in der Hofschänke sie noch bindet.

Bei einer Andacht in der Pfarrkirche danken wir für Jesus in der Mitte, für Maria als Licht der Hoffnung – und den Dudenhofenern für die offene Aufnahme und Unterstützung unserer Mitschwestern. Noch heute erinnert man sich innerhalb der Schwesternfamilie an die bewundernswerte Großzügigkeit der Menschen in Dudenhofen!

Unser Dank gilt auch den einzelnen „Pfälzer Marienschwestern“ für ihren hochherzigen Einsatz. Im Schatten des Speyerer Doms, dem größten Mariendom des Abendlandes seit dem Mittelalter.  Sie haben nach dem Vorbild der Gottesmutter den Menschen gedient und offenbar goldene Spuren hinterlassen.

Beim MTA-Bild am Ausgang der Kirche verteilen wir MTA-Bildchen mit dem Wunsch, im eigenen Leben Maria als Licht der Hoffnung erleben zu können: als eine Frau, die für menschliche Nöte sensibel ist und zu Christus führt.

Erste-Hilfe-Tasche und Präsente-Korb: gegenseitige Hilfe

Nach der Andacht machen wir eine kurze Statio beim ehemaligen Schwesternhaus, das seit einigen Jahren an Familien vermietet ist. Ein Korb mit Obst und Spargel erinnert an die zahlreichen Gaben, welche die Mitbewohner den Schwestern geschenkt haben. Eine Erste-Hilfe-Tasche weist darauf hin, dass viele Menschen bei gesundheitlichen Problemen bei den Krankenschwestern Hilfe gesucht und gefunden haben. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

Eine Erzählrunde der besonderen Art

In Zürkers Hofschänke erwartet uns anschließend ein reich gedeckter Kaffeetisch. Frau Zürker, die mit ihrem Mann seit vielen Jahren bis heute den Marienschwestern sehr verbunden ist, lässt Fotoalben mit Bildern der „Dudenhofener Schwestern“ zum Anschauen wandern.

Unsere anschließende Präsentation über das weltweite Wirken unserer Mitschwestern in verschiedenen Ländern und in der Pfälzer Gemeinde Dudenhofen regt zum Erzählen an.

Herr Zürker mit seinen Gästen beim Kaffee

Eine ehemalige Mitarbeiterin von Sr. Maribetha Christ, die die Ökumenische Sozialstation in Schifferstadt geleitet hat, betont z. B., wie dankbar sie noch heute ihrer damaligen Chefin sei. Sr. Maribetha habe ihr als junger Familienmutter mit zwei Kindern viel Verständnis entgegengebracht. Beim Dienstplan habe sie berücksichtigt, dass keine Betreuungspersonen für die Kinder zur Verfügung gestanden haben. Eine andere Frau erinnert sich dankbar an Sr. M. Dorothea Morick, die ihre Eltern im Sterben sehr einfühlsam begleitet habe. Noch im Alter sei Sr. M. Dorothea als Krankenschwester mit einer großen Tasche im ganzen Ort zu Fuß unterwegs gewesen, um den Kranken zu helfen.

Zum Schluss gibt Sr. Karin-Maria allen Anwesenden ein beeindruckendes Zeugnis von ihrem Berufungsweg.

Unsere Mitschwestern haben sich immer über die Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft der Dudenhofener Bevölkerung gefreut und diese zu schätzen gewusst. Wir haben das nun selbst erfahren und insbesondere bei Familie Zürker wunderbare Gastfreundschaft erleben dürfen.

Wir sind sehr dankbar für alle Jubiläumsbegegnungen in Dudenhofen!

 

Die nächsten Termine von „100 Orte für 100 Jahre“:

14. Juni 2026: Gottesdienst und Begegnung in Ediger (Bistum Trier)
28. Juni 2026: Sedelsberg (Bistum Münster)
2. Juli 2026: Beuren, Leinefelde (Bistum Erfurt)
9. Juli 2026: Neuler (Bistum Rottenburg-Stuttgart)
12. Juli 2026: Bliesheim (Erzbistum Köln)

Kontaktadresse: hundert.orte@s-ms.org