04.06.2026

„Es war eine tolle Zeit mit den Schwestern.“

Sr. Marie-Jeannette Wagner
Deutschland

Jubiläums-Aktion „100 Orte für 100 Jahre“
an Pfingsten im Saarland

Durch die Jubiläums-Aktion der Schönstätter Marienschwestern sollen Dankbarkeit, Freude und Hoffnung an die Orte und zu den Menschen kommen, wo Marienschwestern früher einmal gewirkt haben. So kann sich der Segensstrom des 100-Jahr-Jubiläums mit den Orten verbinden, die über viele Jahre den Lebensstrom der Gemeinschaft mitgetragen und bereichert haben. Am Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, kam es beim Pfarrbezirksfest in Brotdorf (Merzig) zu besonderen Begegnungen im Rahmen dieser Aktion.

Brotdorf – Schönstattfahne vor der Kirche

76 Jahre Präsenz der Marienschwestern in Brotdorf

Im Pfarrbrief des Pfarrbezirks St. Maria Magdalena Brotdorf wurde die Jubiläums-Aktion für die Gemeinden vorgestellt und im Blick auf Brotdorf ergänzt:

„Einer dieser ehemaligen Einsatzorte war auch die Pfarrei Brotdorf. Hier wirkten die Marienschwestern von 1934 bis 2010. Anlässlich unseres Pfarrbezirkfestes an Pfingstsonntag werden uns nun Schwester Marie-Jeannette und Schwester M. Thea, die als letzte Schwester Brotdorf verlassen hat, besuchen und sich in der Hl. Messe bedanken ‚für die offenen Türen und Herzen, die den Einsatz der Schwestern in diesen langen Jahren begleitet und unterstützt haben‘.

Ganz sicher wird während des Nachmittags auch Gelegenheit zu dem einen oder anderen Gespräch sein, dazu herzliche Einladung.“

100 Jahre: mehr als nur eine Zahl

Die herzliche Einladung aus dem Pfarrbrief fand in vielen Ereignissen und Begegnungen des Tages eine Antwort. Eine große Schönstattfahne vor dem Eingang der Kirche sagte der kleinen Delegation von vier Marienschwestern aus Maria Rast schon von ferne, dass sie erwartet und willkommen waren. In seiner Predigt knüpfte Dekan Patrik Schmidt an die Freude des Pfingstfestes an:

„In dieser Freude schauen wir heute Morgen auch mit Ihnen, liebe Schönstattschwestern, auf Ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum vom 1. Oktober 1926. 100 Jahre sind mehr als nur eine Zahl. Es sind vor allem Geschichten von Frauen, die sich in der Kraft des Heiligen Geistes in diesem Jahrhundert haben rufen lassen, um die frohe Botschaft auf die Fürsprache und das Beispiel der Gottesmutter Maria aufzugreifen. In vielen Ländern unserer Welt haben Schönstattschwestern durch ihr Glaubenszeugnis Menschen in Kontakt mit dem dreifaltigen Gott gebracht. In Brotdorf haben sie dies von 1934 bis 2010 in etlichen Bereichen der Seelsorge in die Tat umgesetzt. Viele Geschichten und Erfahrungen könnten die Schwestern ebenso erzählen wie die ihnen anvertrauten Menschen, die ihnen die Türen und die Herzen öffneten und viele persönliche Erfahrungen beitragen könnten. Darum sei Ihnen, liebe Schwestern, für Ihr Engagement in all den Jahrzehnten hier vor Ort herzlich gedankt. Gottes Segen möge Sie in Ihrer Gemeinschaft in den vielfältigen Aufgaben und die Schönstattgruppen überall auf der Welt, ganz besonders hier in Brotdorf, weiterhin begleiten. Herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag.“

Ein großer Dank an die Brotdorfer Dorfgemeinschaft

Sr. M. Thea Meffert – Dankesworte an die Brotdorfer Gemeinde

Alle Augen waren mit Spannung auf Schw. M. Thea Meffert gerichtet, als diese nach dem Schlussgebet zur Kanzel emporstieg. „Liebe Pfarrgemeinde, liebe Brotdorfer! Ich freue mich, dass ich durch die Aktion „100 Orte für 100 Jahre“ wieder mal nach Brotdorf kommen kann. Ich war der Schlusspunkt von über 75 Jahren Marienschwestern in Brotdorf. In diesen Jahren waren ca. 81 Schwestern in verschiedenen Aufgabengebieten tätig.“ Dem Dank an Gott, der Gottesmutter und unserem Gründer fügte sie in herzlicher Weise an: „Und ein großer Dank an die Brotdorfer Dorfgemeinschaft, die alle Schwestern herzlich aufgenommen und unterstützt hat, besonders in der sehr armen Anfangszeit. Danke, dass Sie für das Wirken Gottes und der Gottesmutter in der Gemeinde offen waren, und mit den Schwestern zusammen zu einer lebendigen Gemeinde beigetragen haben. In Maria Rast, wo ich jetzt tätig bin, steht neben dem Schönstattzentrum auch das Schönstattkapellchen. Und ich darf Ihnen sagen, dass ich dort in meinen Gebeten immer eine Bitte für Brotdorf habe. Die Gottesmutter möge Sie alle segnen und immer ihre schützende Hand über Sie alle halten.“

Maria hat Brotdorf unter ihren Mantel genommen

Die Schwestern mit Jubiläumskerze

Als Zeichen für Dank und Segensbitte brachten die Schwestern nun eine Kerze mit dem Motto des Jubiläums „Maria, Licht der Hoffnung“ und einen Rosenstrauß zum MTA-Bild in der Kirche, begleitet von dem Lied „Breit um uns deinen Mantel.“ Genau das, was dieses Lied sagt, hat Brotdorf in der Zeit des 2. Weltkrieges erlebt. Das Schönstätter Marienbild ist ein eingelöstes Versprechen der Pfarrgemeinde an die Gottesmutter. SIE sollte sorgen und SIE hat gesorgt, dass Brotdorf zwei schwere Evakuierungen überstanden hat.

Ein kleines Blitzlicht aus der Chronik in der Zeit des Nationalsozialismus:

„Abgesehen von einem Kontrollbesuch im Kindergarten, bei dem die Kinder den Geburtsort des ‚Führers‘ und ein vaterländisches Lied (‚Deutsch ist die Saar‘) kennen mussten, blieb der Kindergarten und die Arbeit der Kindergartenschwester unbehelligt.“

Berührende Momente der Wiedersehensfreude

Die nächsten Stunden waren geprägt von berührenden und bewegenden Momenten der Wiedersehensfreude. Wer Schwester M. Thea von ihrer Zeit in Brotdorf kannte, und das waren nicht wenige, schaffte es –bisweilen nach geduldigem Warten – sie zu begrüßen und einige Worte zu wechseln. Da staunte Schw. M. Thea, was unter anderem aus „ihren“ Messdienern geworden war. „Es war eine tolle Zeit mit den Schwestern“ sagte eine Frau dankbar, nachdenklich, ja, ein wenig wehmütig.

Wie gut, dass eine über Jahre gewachsene Verbundenheit über räumliche Trennungen weitergehen und auch weiterhin gegenseitig zum Segen werden kann.

Gedenktafel im Pfarrheim

Das genau ist eines der Anliegen der Jubiläums-Aktion „100 Orte für 100 Jahre“:
verborgene Verbindungen neu zum Leuchten zu bringen
und sie in den Segen Gottes und der Gottesmutter zu stellen.

Die nächsten Termine von „100 Orte für 100 Jahre“:

  1. Juni 2026: Gottesdienst und Begegnung in Ediger (Bistum Trier)
  2. Juni 2026: Sedelsberg (Bistum Münster)
  3. Juli 2026: Neuler (Bistum Rottenburg-Stuttgart)
  4. Juli 2026: Bliesheim (Erzbistum Köln)

Kontaktadresse: hundert.orte@s-ms.org