28.10.2020

Zum Artikel von Felix Neumann auf katholisch.de, veröffentlicht am 26.10.2020

von Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern

Säkularinstitut der Schönstätter Marienschwestern
Zum Artikel von Felix Neumann auf katholisch.de, veröffentlicht am 26.10.2020:
Kentenich und seine Schwestern: „Vater darf das“

 

Der auf katholisch.de erschienene Artikel kündigt die Publikation einer „Dokumentensammlung“ durch Alexandra von Teuffenbach an, für die sie vor allem auf Material aus dem Archiv der Pallottiner in Limburg zurückgreift. Eine weitere Dokumentensammlung, in der vorrangig Auszüge aus den vatikanischen Akten publiziert werden sollen, werde folgen.

Der Redakteur F. Neumann stellt in seinem Artikel das Anliegen der Autorin dar, „ihre Missbrauchsvorwürfe gegen Kentenich anhand von Akten zu belegen“, und greift einige Beispiele aus der angekündigten Buchveröffentlichung auf. Fazit: Keineswegs werde Pater Kentenich entlastet. Die Schilderungen mehrerer Zeuginnen, teilweise unter Eid gegeben, bestätigten vielmehr Machtmissbrauch, Personenkult und in einem Fall sexuellen Missbrauch.

Wie bereits in den vorangegangenen Veröffentlichungen seit Juli 2020 deutlich wurde, stützt sich Alexandra von Teuffenbach bei ihren Vorwürfen auf Archivfunde, welche die historische Epoche der Visitation Schönstatts durch die Kirche einseitig behandeln bzw. von ihr offensichtlich einseitig ausgewählt und interpretiert werden, um ihre Anschuldigungen zu stützen.

Aussagen – auch wenn sie archiviert sind – stellen noch keine Fakten dar. Die Glaubhaftigkeit von Aussagen sowie eventuelle Motive, die zu einer Aussage führten, bedürfen einer umfassenden Untersuchung. Gründliche historische Forschung hat die verschiedenen Aspekte und Sichtweisen sowie den Gesamtkontext zu berücksichtigen, bevor sie zu einer Bewertung kommt. Die vorliegende Dokumentation lässt diese Arbeitsweise vermissen.

Unser Institut ist – zusammen mit anderen Schönstatt-Gemeinschaften – aktiv an der historischen Aufarbeitung der Dokumente beteiligt. Die von der Diözese Trier angekündigte Historikerkommission wird eine entsprechende Forschungsarbeit auf der Ebene des Seligsprechungsverfahrens leisten.

Den Vorwurf sowohl des Machtmissbrauchs als auch, wie von der Autorin behauptet, in einem Fall des sexuellen Missbrauchs weisen wir erneut zurück. Wir haben dazu bereits Stellung genommen. (https://www.s-ms.org/2020/07/04/stellungnahme-zu-missbrauchsvorwuerfen-gegen-p-josef-kentenich/)

Berg Schönstatt, 28. Oktober 2020

 

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