Gesundheitszentrum Mutumba/Burundi

Das Gesundheitszentrum der Missionsstation Mutumba mit Hospital, Ambulanz und Entbindungsstation ist für die Menschen der Region die erste und oftmals auch einzige Anlaufstelle für die medizinische Versorgung und Beratung. Die Gebäude wurden vor Jahrzehnten mit sehr einfachen Mitteln errichtet. Die Entbindungsstation konnte vor wenigen Jahren bereits saniert werden. Außerdem wurden ein großer Wartesaal gebaut und die Sanitäranlagen erneuert. Nun steht der Neubau eines kleinen Krankenhauses an. Es verfügt derzeit über rund 40 Betten, die meistens belegt sind. Zu den normalen Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall, Würmern, Hautkrankheiten, Blutarmut und Unterernährung kommen Fälle von Cholera, Malaria und Typhus. Viele Menschen, vor allem Kinder, leiden an Verbrennungen durch heißes Wasser oder Feuer.

Im vergangenen Jahr versorgten die Krankenschwestern ambulant 16.557 Patienten. 2.092 wurden vom Arzt in Sprechstunden empfangen. Zudem konnte der Arzt 331 schwangere Frauen durch Ultraschall untersuchen. Im Hospital wurden 1.433 Kranke versorgt und 3.317 Vor- und 770 Nachgeburtsuntersuchungen durchgeführt. In der Entbindungsstation kamen 607 Kinder zur Welt. 4.379 Kleinkinder wurden geimpft. 1769 Personen wurden auf Aids untersucht; 86 Personen, die mit dem Aidsvirus leben, wurden im Zentrum behandelt. 30 Tuberkulose- und 3 Leprakranke bekamen die nötigen Medikamente. 264 schwer unterernährte Kinder erhielten die therapeutische Nahrung und 88 Kleinkinder Kindermilch.

Die Menschen sind oft nicht in der Lage, die Behandlungskosten zu bezahlen. Viele Patienten brauchen bis ans Lebensende Medikamente, die sehr teuer sind. Mit Hilfe von Spenden können die Schwestern hier manche Unterstützung geben. Schw. M. Lisette berichtet:

„Kürzlich sagte eine Mutter, die bei uns die Kindermilch für ihr Kleinkind erhält, dass sie zwar kein Geld für den Bus mehr habe, um zurückzufahren, sie könne aber ohne weiteres am Straßenrand übernachten, wenn sie nur die Milch für ihr Kind bekäme. Wir gaben ihr dann natürlich das Fahrgeld, so dass sie überglücklich mit dem Bus nach Hause zurückfuhr.

Eine Jugendliche leidet unter Epilepsie. Während eines Anfalls fiel sie in die Feuerstelle, wo man die Nahrung zubereitete. Sie war allein zu Hause und musste lange auf rettende Hilfe warten. Bei uns im Spital angekommen, dachten wir, dass der Fuß amputiert werden müsse. Als die Krankenschwester ihr dies sagte, begann sie zu weinen und klagte, dass sie dann behindert sei. So versuchten wir, die Verbrennung zu behandeln. In der Zwischenzeit ist sie schon fünf Monate im Spital. Obwohl eine Behinderung bleiben wird, konnte der Fuß gerettet werden, und sie kann bald nach Hause gehen. Die Familie ist sehr dankbar über die Genesung und über die finanzielle Hilfe, da sie sehr arm ist und die Behandlung nicht selber bezahlen konnte.

Jean-Marie weilt mit Tuberkulose in unserem Zentrum. Durch seine Erkrankung ist er sehr abgemagert und schwach. Als eine Schwester abends vorbeikam, stand er vor seinem Zimmer und sagte: „Schwester ich habe Hunger, wir haben nichts zu essen.“ Wir gaben ihm Reis, Bohnen und getrocknete Fischchen für die nächsten Tage, was er mit großer Dankbarkeit entgegennahm. In Afrika müssen in der Regel die Familien selber für die Nahrung ihrer hospitalisierten Patienten sorgen, doch helfen wir den Einzelnen, wenn wir sehen, dass sie arm sind.“

Schwester Mariana Hermann

Kennwort: Gesundheitszentrum Mutumba

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