25.05.2023

Rose um Rose – Perle um Perle

Schwester M. Angela Ginzler
Deutschland

Rosenkranzknüpfen mit

Kommunionkindern

Warum mit Kommunionkindern einen Rosenkranz knüpfen? Weil er eine schöne Deko ist? Weil es Freude bereitet, kreativ zu sein? Oder doch, um dem Gehalt dieser besonderen „Kette“ auf die Spur zu kommen? Mit Kommunionkindern den Rosenkranz zu knüpfen, hat in Borken eine langjährige Tradition. In diesem Frühjahr haben insgesamt 180 Kommunionkinder und 185 Begleitpersonen aus den Pfarrgemeinden in der Nähe des Provinzhauses dieses Angebot wahrgenommen.

Jede Gruppe, die sich aus den Kommunionkindern und den begleitenden Müttern, Vätern oder Omas zusammensetzte, wird in der Eingangshalle des Provinzhauses begrüßt. In der Mitte steht ein Korb. Unter einem Tuch verdeckt liegt ein großer Holzrosenkranz, den eines der Kinder herausnehmen darf. Die Kinder erfahren, dass das Rosenkranzgebet ein altes Gebet ist und für jeden wichtig und hilfreich sein kann, nicht nur für die alten Menschen.

Anschließend gehen die Gruppen ins Kapellchen. Aufmerksam betrachten die Kinder das MTA-Bild. Maria hält Jesus auf dem Arm. Sie schaut uns an, ganz gleich, wo wir sitzen. Sie interessiert sich für uns, für alles, was uns wichtig ist. Dann erhalten die Kinder ein kleines Marienbild mit den Gebeten „Vater unser“, „Gegrüßet seist du, Maria“ und „Ehre sei dem Vater“.

In einer hinführenden Katechese ziehen die Kinder den Vergleich zwischen einem Rosenkranz und einem Seil, das Halt geben kann. So könne man sich auch am Rosenkranz festhalten. Mit Bildern werden in kindgemäßer Weise die fünf Begebenheiten des freudenreichen Rosenkranzes erschlossen. Zu jedem Bild entzündet ein Kind ein Lichtchen. Weil der Rosenkranz ein „Liebesgebet“ ist, darf jedes Kind eine Rose als Zeichen der Liebe zu den Bildern legen, sodass rund um das Seil ein wirklicher „Rosenkranz“ entsteht.

Nun kommt der herausfordernde Teil des Nachmittages, als sich jedes Kind für seinen Rosenkranz Perlen und ein Kreuz aussucht. Es macht den Kommunionkindern sichtlich Freude, den Rosenkranz zu knüpfen, und sie sind stolz, wenn ihr Rosenkranz fertig ist.

Im Kapellchen dürfen die Kinder zum Abschluss den Rosenkranz beten. Schnell haben die Kinder Anliegen gesammelt. Sie beten für die Familie, für die Oma, für die kranke Freundin, für die Menschen in der Ukraine, für die Menschen in Syrien und in der Türkei. Es wird eine große Kerze entzündet und auf den Altar gestellt. Dann halten die Kinder zum ersten Mal ihren Rosenkranz in Händen und beten ein Gesätz, als Spickzettel dient ihnen das kleine Gebetsbild mit den Grundgebeten.

Wo soll der Rosenkranz zu Hause einen Platz finden? Die Katechetin regt die Kinder zum Schluss an, den Rosenkranz und das Marienbild auf den Schreibtisch zu legen oder auf das Schränkchen neben dem Bett, so dass sie ihn immer wieder in die Hand nehmen können, um ihre Dankbarkeit, ihre Freuden oder Sorgen Jesus und Maria im Gebet zu übergeben.

Froh und dankbar verabschieden sich die Kinder und Begleitpersonen, und ein Erinnerungsfoto an diesen besonderen Nachmittag darf nicht fehlen.