15.09.2020

Es ist Zeit, vorwärts zu schreiten!

von Sr. M. Nilza P. da Silva

“Es ist Zeit, vorwärts zu schreiten!”

Dies waren die letzten Worte der heiligen Teresa von Ávila. Es könnten auch die letzten Worte unseres Gründers, Pater Josef Kentenichs, sein. Wenn er auch diese Worte nicht aussprach, so brachte er sie durch Handlungen zum Ausdruck. Unser Vater kehrte heim zu Gott! Die Göttliche Vorsehung schenkte uns durch seinen Tod viele Botschaften.

Wir wissen, was an diesem Tag geschah: Es war vorgesehen, dass er, nach der Feier der heiligen Eucharistie, in die Aula der Anbetungskirche hinuntergehen würde, um für eine Provinz der Marienschwestern einen Vortrag zu halten. Er hatte ein paar Stichworte dabei über das, was er den Schwestern sagen wollte, die mit aufgeschlossenem Herzen auf seine Botschaft warteten. Doch da griff Gott ein.

Die Generaloberin, Schwester M. Emanuele Seyfried, kommt zu den Schwestern und teilt ihnen mit: „Gott hat unseren Vater heimgeholt!“, Obwohl sie es kaum glauben konnten, beteten die Schwestern daraufhin gemeinsam den Rosenkranz für die Seelenruhe des Gründers.

Sein Leben geht weiter

Mehr als 50 Jahre sind seither vergangen und seine Stimme erhellt das Leben vieler Menschen in der ganzen Welt: Denn die Wirksamkeit der Menschen, die während ihres ganzen Lebens sich für Gott und die Seelen einsetzten, endet nicht mit dem Tod: „Die Liebe hört niemals auf“ (1 Kor 13,8). Die Wahrheit dieser Erfahrung bestätigt sich erneut und beeindruckend an der Person Pater Kentenichs.

Obwohl sein irdisches Leben am 15. September 1968 zu Ende ging, haben seine Wirksamkeit und Fruchtbarkeit seither keine Minderung erfahren, sondern erstrecken sich noch weiter als zuvor.

Nicht weniger als zuvor entfaltet er von der Ewigkeit aus seine Tätigkeit und Fruchtbarkeit in seiner Gründung. Die von ihm gegründeten Gemeinschaften künden seine Botschaft und tragen sein Werk in immer mehr Länder. Nach seinem Tod wirkt Pater Kentenich durch sein Leben sichtbarer und tiefgreifender weiter. Außer seiner Liebe zu Gott und dem Nächsten ist es seine Liebe zur Kirche, die ihn zu einem hervorragenden Beispiel werden ließ.

Zeugenaussage eines Erzbischofs

Der Militär-Erzbischof von Brasília, Dom Fernando Guimarães, sagt im Hinblick auf Pater Kentenich: „An erster Stelle sehe ich in ihm einen Priester, der die Kirche leidenschaftlich liebt, der seinen Priesterberuf in Fülle zu leben suchte und der, trotz zahlreicher Schwierigkeiten und Prüfungen, mit denen er sich während seines langen Lebens konfrontiert sah, nie das Vertrauen und die gehorsame Haltung seinen Vorgesetzten und der Kirche gegenüber verlor. Meiner Ansicht nach ist er ein Modell des Priesterlebens, ein Modell der Marienverehrung und einer Frömmigkeit, die sich in einer missionarischen Perspektive öffnet, so dass sein Werk stets auf eine lebendige und wirksame Weise – immer modern – in der Kirche lebendig bleibt.“

Nach der Meinung des Erzbischofs empfängt die Kirche vor allem zwei Beiträge von Pater Kentenich: „Meiner Ansicht nach ist der Hauptbeitrag von Pater Kentenich, außer dem Beispiel seines Lebens, vor allem sein Werk.

Sein Blick umfasst Priester, geweihte Personen, Familien und die Getauften im Allgemeinen, jeden in seiner Hingabe im Liebesbündnis. Schönstatt ist eine Präsenz auf allen Ebenen der katholischen Kirche, eine Präsenz, die von Maria ausgehend, sich Jesus zuwendet im Hinblick auf die Rettung und den Aufbau des Gottesreiches.

Für den Aufbau des Gottesreiches ist es notwendig, vorwärts zu schreiten, so wie es Pater Kentenich in seiner letzten Botschaft an die Schönstattfamilie zum Ausdruck brachte:

„Mit Maria, hoffnungsfreudig und siegesgewiss in die neueste Zeit!“

So lebte Pater Kentenich die letzten Augenblicke seines Lebens:

Tagesliturgie: Fest der sieben Schmerzen Mariens

Botschaft: Wir müssen so handeln, wie es ihr Freude macht

Das letzte Evangelium, das er verkündete: „Siehe da deine Mutter!“

Die letzte Antiphon der Kommunion: „Stattdessen freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln.“ (1 Petr 4,13)

Seine letzte Tätigkeit: Die Begegnung mit Christus in der Eucharistie zu ermöglichen.

Letzte Worte für das Publikum: „Gehet hin in Frieden!“

Letzte Worte an Personen: Die Einladung zum Mittagessen mit ihm.

Letzte Geste: Segen spenden!

 

Quelle: Pater Josef Kentenich: Engelbert Monnerjahn, ein Leben für die Kirche