04.09.2020

Ganz anders, aber wunderschön

von Schwester M. Hanna-Lucia Hechinger, Wallfahrtsleiterin in Borken

60 Jahre Heiligtum in der Schönstatt-Au Borken

Besonders feierlich und festlich sollte das diamantene Jubiläum des Heiligtums der barmherzigen Vaterliebe, das am 11. September 1960 eingeweiht wurde, begangen werden. Kein anderes Datum schien dafür besser geeignet zu sein als der 15 August 2020, das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Seit sieben Jahren feiern wir an diesem Tag unser Fest der Begegnung – mit wachsendem Zuspruch. So planten wir … aber dann kam Corona mit all den Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen, die dazu gehören. Was nun?

Der Himmel schenkte uns eine Idee, die schöner nicht hätte sein können: Wir begehen den

60. Geburtstag unseres Kapellchens mit einer Festwoche,

die das Heiligtum so richtig in den Mittelpunkt stellen soll, denn darum geht es ja: um die Gottesmutter im Heiligtum. Mit all den kleinen möglichen Aktivitäten wollen wir ihr sagen:

„Danke, dass es Dich gibt.“

Die Festwoche begann mit dem Lichter-Rosenkranz, der, wie jedes Mal, mit einer Prozession zum Kapellchen endete. Zwei Tage später pilgerten 20 Menschen am Abend betend und singend mitten durch Borken vom Gnadenbild der Mutter vom Guten Rat zum Heiligtum in der Schönstatt-Au.

Höhepunkt der Festwoche

Den Höhepunkt der Festwoche bildete das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Franz Josef Overbeck aus Essen, der es sich nicht nehmen ließ, gerade wegen Corona zu kommen. Mit dem Einhalten von 1,50 Meter Sicherheitsabstand passten gut 40 Personen in die Verkündigungskirche. Sie standen stellvertretend für alle, die so gerne gekommen wären. Mit seiner österlichen Predigt machte der Bischof uns Mut, gerade mit den Erfahrungen unserer Endlichkeit zu Gott zu kommen. „… entschiedener das Leben auf Erden zu leben und zugleich ganz Gott zu vertrauen.

Das ist nämlich eine Quelle von Freiheit und Zuversicht,

die uns der Glaube schenkt, der die Endlichkeit annimmt und auf das ewige Leben hofft.“

Die festliche Gestaltung des Pontifikalamtes tat gut nach den entbehrungsreichen Wochen der Corona-Krise. „Noch immer schwingen die Klänge der Musik durch Herz und Seele“, so drückte ein Mann sein Erleben einige Tage später aus. Die abschließende Prozession zum Heiligtum und das unkomplizierte Beisammensein im Freien rundeten die Feier ab. „Ich bin so dankbar, hier sein zu dürfen!“ sagte jemand. Manch einer kam mit einem Lächeln aus der Aula zurück. Hier hatte die Schönstatt-Familienbewegung eine Tombola aufgebaut.

Dass der Himmel wirklich mit uns war, zeigte er ganz deutlich durch das Wetter. Nur der nasse Boden erinnerte an die Regenschauer, die währen des Pontifikalamtes fielen und die ersehnte Abkühlung brachten.

Herr Pfarrer Lüke aus unserer Gemeinde in Gemen brachte es auf den Punkt:
„Es war aus meiner Perspektive ein rundum gelungenes Fest. Schön auch, dass durch das Gebet vor dem Kapellchen im Nachhinein das ‚Geburtstagskind‘ noch aktiv mit einbezogen wurde.“

Symbol für den Segen, der von diesem Ort seit 60 Jahren ausgeht

Ganz anders, aber wunderschön war diese Festwoche, die mit der Bündnismesse vor dem Heiligtum am 18. August 2020 ihren Abschluss fand. Hierzu waren alle eingeladen, die so gerne am eigentlichen Festtag gekommen wären. Immerhin waren wir insgesamt ca. 100 Personen, die in einem weiten Halbrund vor dem Kapellchen die hl. Messe mitfeierten. Die Aktion „Eine Rose für Maria“, die noch bis zum 15. September im Heiligtum stattfindet, lässt die Festwoche weiterklingen. Ebenso die Einladung, ein Weihwasserfläschchen, das sich Besucher des Heiligtums als Geschenk zum 60. Geburtstag mitnehmen können. Es ist ein Symbol für den Segen, der von diesem Ort seit 60 Jahren ausgeht und zugleich eine Zusage, dass Gottes Segen uns auch in Zukunft begleiten wird.