11.05.2020

IM ALTER VON 101 JAHREN STIRBT SCHWESTER M. ISENTRAUD

von Schwester M. Jimena Alliende

Schw. M. Isentraud Mainusch

kam 1949 als Missionsschwester nach Chile.  Sie arbeitete in unseren Schulen in Chile. 1969 ging sie nach Spanien; dort arbeitete sie in der „Deutschen Katholischen Gemeinde“ und gab Religionsunterricht in der Deutschen Schule.

Nach dreißig Jahre kehrte sie nach Chile zurück, wo sie ihren Lebensabend verbrachte. Noch im Alter von 101 Jahren hatte sie einen wachen Verstand und erledigte manche Arbeiten am Computer. Sie war eine Schwester, die uns sowohl wegen ihrer menschlichen Qualitäten als auch aufgrund ihrer tiefen Religiösitet ein Vorbild war.

In Spanien und Chile erinnert man sich an ihren steten Frohsinn und ihre Kontaktfreudigkeit. In allem sah sie das Positive und ermutigte andere Menschen. Pater Kentenich sagte ihr einmal, dass ihre Lebenssendung die Freude sei. Dieses Wort leitete sie, und sie trug kraftvoll alle Schwierigkeiten mit.

Es war eine Freude, das tägliche Leben mit ihr zu teilen.  Sie war ein Sonnenschein wegen ihrer Art: frei, spontan und anteilnehmend.  Sie sang sehr gut, spielte einige Instrumente und bereitete so im Gemeinschaftsleben Freude. Sie hatte schöne Begegnungen mit Pater Kentenich und erzählte gern von ihm.

Unserem Heiligtum war sie sehr verbunden. Sie war Zeitzeugin historischer Momente in der Coenaculumsprovinz in Chile. Sie durfte an der Einweihung des Heiligtums von Bellavista teilnehmen, an der Krönung der MTA und an der Sendung am 31. Mai 1949.

Mit ihrem Schwestern-Kurs weihte sie sich der Gottesmutter als große Anbeterin Gottes.
Ihr Lieblingsgebet, das sie mehrmals am Tag betete, lautete:

„Liebreiche Majestät, ich bin dein Eigen.
Jedweder Herzenswunsch soll vor dir schweigen.
Nur Eines möcht‘ ich, immer bei dir sein,
mein Sinnen und mein Minnen dir nur weihn.“

Das ist ein Gebet, dass P. Kentenich im Konzentrationslager Dachau verfasste.

Das war ihr Leben, mit dem dreieinigen Gott zu leben und anderen Freude zu bereiten.