15.04.2020

OSTERFREUDE

von Schw. Maria Sofia Wahl, Chile

WIR KÖNNEN NICHT SCHWEIGEN!

In Zeiten der Dunkelheit und des Leidens, wie wir sie gerade durchleben, werden das österliche Licht und die Freude stärker empfunden und drängen darauf, verkündigt und geteilt zu werden.

In der Heiligen Nacht der Auferstehung Jesu, die wir in diesem Jahr auf so besondere Weise erlebten, als jeder von uns in seinem eigenen Haus eingeschlossen war, klang die Osterbotschaft, dass das Leben den Tod besiegt hat, so stark in unseren Herzen wider, dass wir nicht schweigen konnten, so wie die Frauen des Evangeliums liefen, um den Aposteln die Nachricht zu verkünden, obwohl sie ihrem Unglauben begegneten.

Wir als Schönstätter Marienschwestern in Santiago/Chile, vom Filialheiligtum der Vorsehung (ein von Gebäuden umgebenes Heiligtum), kamen aus den verschiedenen Häusern auf unserem Gelände, dem Heiligtum und der Marienschule, um von der Freude zu singen, dass Jesus auferstanden ist.

Von den Jüngsten bis zu den Ältesten standen wir alle vor der Tür, und dann sangen wir mitten über den Platz mit der ganzen Kraft die Osterfreude, den „alegraos”, den Osterjubel, und wünschten den Nachbarn, die von ihren Balkonen und Fenstern blickten, ein frohes Osterfest. Das Halleluja erklang mit großer Freude, und das Lied konnte Mauern überwinden, Straßen überqueren und in jedes Haus eintreten; und es steckte uns mit etwas ganz anderem an als mit dem Virus des Todes:

mit der österlichen Freude des Lebens!