09.04.2020

#WirBleibenZuhause

von Schwester M. Paula Blum, Guayaquil/Ecuador

DIE TÜREN DES HEILIGTUMS SIND
NUR EINEN KLICK ENTFERNT

LATAM kündigt das Boarding des Fluges 0548 nach Quito an … Es war der frühe Morgen des 10. Februar, als ich am Flughafen von Santiago de Chile meine Rückreise nach Guayaquil, Ecuador, antrat. Ich hatte meine letzte Ausbildungszeit als Marienschwester abgeschlossen und wollte in meine Heimat zurückkehren, um mein Studium der Zahnmedizin zu beenden.

Da war ich nun: Ich wollte
•   Vorbereitungen für den Wiedereintritt in die Universität treffen;
•   Zivilkleidung kaufen, weil ich die Labore mit unserem Marienkleid nicht betreten darf;
•   ich wollte mein Wissen über die zahnärztliche Anatomie und Morphologie auffrischen, um zu Beginn des Unterrichts den Anschluss nicht zu verpassen;
•   ich wollte eine Beobachtungspraxis in einer Zahnarztpraxis eröffnen und
•   schließlich meinen Urlaub mit meiner Familie planen …

Aber die Pläne Gottes und der Königin waren davon sehr verschieden: Alles, was ich geplant habe, wurde wegen der Corona-Krise auf Eis gelegt. Dies ist allen Schwestern, die in der ecuadorianischen Delegatur leben, genauso ergangen. Die Regierung hat strenge Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung des Virus zu verhindern. Sie rief den Ausnahmezustand aus, schloss die internationalen und nationalen Grenzen und forderte die Bürger auf, #WirBleibenZuhause zu bleiben.

Das führte leidvoll dazu, dass wir die Türen der drei Schönstattzentren, die wir in unserem Land haben, schließen mussten. Wir wissen aber, es gibt viele Menschen, die würden gerne zum Gebet kommen, ihre Herzen beruhigen und die Gottesmutter bitten, diesem Virus ein Ende zu bereiten und sich als Königin zu zeigen. So entstand bei den Schwestern, die in Guayaquil leben, die Initiative, ein Google-Formular zu erstellen, auf dem die Menschen ihre Anliegen, Gebete und Dank mitteilen können, die wir in ihrem Namen zum Heiligtum mitnehmen wollen. Wenn sie nicht kommen können, bringen wir sie mit ihren Anliegen und Wünschen ins Heiligtum.Die Marienschwestern hier in Ecuador sind sehr aktiv und apostolisch, denn das Leben der Bewegung und unserer Kirche ist so lebendig, dass wir ständig anderen dienen, so wie Martha dem Herrn in ihrem Haus diente, wie es der heilige Lukas in seinem Evangelium sagt (vgl. Lk 10; 38-42).

Unser Vater und Gründer sagte den Schwestern, dass wir dazu berufen sind, wie Martha zu sein, immer aktiv, aber gleichzeitig haben wir die Aufgabe, Maria zu sein, dem Herrn nahe zu kommen, auf ihn zu hören, und den besten Teil zu wählen, der uns nicht weggenommen wird. Die Marienschwestern, die in der Nähe des Heiligtums in Samborondón leben, haben einige unserer üblichen Aufgaben für den Moment zurückgestellt, damit wir alle Menschen, die es brauchen, zum Heiligtum bringen können, damit wir für sie unseren Platz zu Füßen des Herrn und seiner Mutter einnehmen. Wir sind vorübergehend zu Anbetungsschwestern geworden. Jede von uns übernimmt täglich eine Stunde Anbetung vor dem Allerheiligsten Sakrament, wo wir die Anliegen vortragen, die uns unter folgendem Link erreichen: bit.ly/hnasdemariaecuador

Wir wissen, dass das Heiligtum unser großer Schatz ist, und wollen niemandem dieses Privileg vorenthalten, das wir mit diesem Heiligtum im Innenhof unseres Hauses haben. Vielmehr haben wir heute mehr denn je die „Verpflichtung“, seine Türen online für alle zu öffnen, die sich mit unserer Gnadenquelle verbinden wollen. Deshalb haben wir begonnen, den Rosenkranz um 18.00 Uhr (ecuadorianische Zeit) live zu übertragen für alle, die in dieser Zeit der Ungewissheit mit uns ins Heiligtum gehen wollen. Facebook-Link: bit.ly/schoenstattecuador

Auf diese Weise vereinen wir uns mit der ganzen Schönstattfamilie Ecuadors und der ganzen Welt, die sich darauf vorbereitet, die Gottesmutter zu krönen. Sie soll sich erweisen als die Königin der Welt, als die Königin der körperlichen und geistigen Gesundheit.

Wie lange wird das noch so weitergehen? Wir wissen es noch nicht … In der Zwischenzeit bieten wir unseren Alltag an: die Anbetung, den Rosenkranz, die heilige Messe, die wir auch online verfolgen müssen, Begleitung durch die Netzwerke und Medien, Treffen per Skype oder Whatsapp mit den Gliederungen, für die wir zuständig sind; Kochen, Putzen, Waschen, und in meinem Fall das Studium der Anatomie. Eine authentische und einfache Heiligkeit des täglichen Lebens, der Werktagsheiligkeit.

In dieser Fastenzeit sagt uns Jesus: „Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.“ (Lk 10,41-42)

Was ist das Beste an unserer Berufung als Marienschwestern? Bei Jesus und Maria im Heiligtum zu sein und für die Bedürfnisse so vieler Menschen Fürbitte zu halten, und das Geschenk, als Schwestern ein schönes Familienleben zu teilen!

„DAS WIRD UNS NIEMALS GENOMMEN WERDEN.“