02.04.2020

Schönstatt geht mit der Kirche

von Sr. M. Rosequiel Fávero / Fotos: Marca Kazumi

Zu Beginn der Fastenzeit wurde in Rom und einigen Diözesen der Welt eine Kommission zur Hilfe für Minderjährige eingesetzt.

Sie ist gedacht als Antwort auf den Aufruf des Hl. Vaters Papst Franziskus in seinem Schreiben Motu proprio

„Vos estis lux mundi“ (Ihr seid das Licht der Welt)

vom 7. Mai 2019. Es beinhaltet die neuen Maßnahmen für alle Diözesen der Welt im Kampf und zur Vorbeugung gegen sexuellen Missbrauch durch kirchliche Amtsträger an Minderjährigen und wehrlosen Personen.

Am Aschermittwoch um 17.00 Uhr wurde in der Erzdiözese in Porto Alegre/RS-Brasilien eine besondere Kommission zur Hilfe für Kinder, Jugendliche und wehrlose Personen gegründet, und die Kommission begann umgehend mit ihren Aufgaben in der Erzdiözese.

Die Schönstattfamilie freut sich sehr, weil eine Marienschwester dabei ist, Schwester M. Denise Mendes Ternes. Sie gehört mit zu dieser Kommission als Sekretärin und Psychologin und versteht ihre Aufgabe auch als Einsatz Schönstatts für die Kirche.

In diesem Interview erklärt Sr. M. Denise uns ihren Auftrag:

Wie fühlen Sie sich in dieser Kommission mit Ihrer Mission?

Ich sehe es als ein großes Privileg an, in dieser Kommission mitzuwirken. Es ist eine Sendung, die die Schwesternfamilie mir anvertraute. Ich fühle mich als Vertreterin der Schönstattfamilie, um mit der Kirche beizutragen und Antwort zu geben auf das, was der Hl. Vater Papst Franziskus durch diese Kommissionen wollte, sich den Situationen des Missbrauchs stellen zu müssen, die wir heute in der Kirche erleben.

Gerufen zu sein, in dieser Kommission hier in der Erzdiözese von Porto Alegre zu wirken, ist eine große Herausforderung, aber ich wiederhole, zugleich ein großes Privileg. Hier kann ich etwas von dem tun, was unser Vater und Gründer P. Josef Kentenich immer wollte: selbstlos der Kirche dienen. Denn wir sind als Bewegung gegründet, um in der Kirche und Gesellschaft zu wirken und das Beste zu geben.

Wie kann Schönstatt bei dieser Sendung helfen?

Es ist keine Neuigkeit, dass die Kirche in die Situationen der Welt in unserer Zeit verwickelt ist. Sie ist nicht immun gegen all die Leiden, denen auch die Gesellschaft ausgesetzt ist. Wir wissen sehr gut, dass diese Situationen Frucht einer sittlich verdorbenen Gesellschaft ist, weil der Mensch sittlich verdorben ist. Ich glaube, in diesem Sinne haben wir als Schönstattbewegung viel zu geben, besonders durch das Liebesbündnis und die Bindungspädagogik.

Pater Kentenich versuchte immer eine Antwort zu geben auf die Herausforderungen und Situationen in der Gesellschaft und der Kirche. Er versuchte es immer mit einer dienenden Haltung und zeigte den Reichtum unserer Geistigkeit: das Liebesbündnis, göttlicher Vorsehungsglaube, die Wirklichkeit, dass wir Werkzeuge sind in der Hand Gottes für den Aufbau einer besseren Welt. In diesem Sinne fühle ich mich glücklich, obwohl es eine Arbeit mit vielen Herausforderungen sein wird.

Mit welcher Haltung betrachten Sie diese Sendung?

Mit Bereitschaft und dem Geist des Dienens, um in dieser Kommission zu helfen, wo es viele Fachleute aus verschiedenen Bereichen und einen multidisziplinären Ausschuss hat.

Wo jeder von uns ein wenig von sich selbst geben kann, um gemeinsam das Leiden vieler Menschen zu lindern.  Mit der Kirche zusammenzuarbeiten, die sich um das Leid sorgt, das vielen Kindern und Jugendlichen zugefügt wurde, die jetzt erwachsen sind. Sie haben in der Vergangenheit viel gelitten und leiden weiterhin, weil der Schmerz nicht verschwindet.  Wir können nur lindern.  Zugleich können wir auch Wege finden, um größere Schäden zu verhindern, die entstehen können. Es wird vorgeschlagen, sich nicht nur um die Opfer, sondern auch um die Täter zu kümmern, die ebenfalls begleitet werden müssen.  Natürlich müssen sie für ihre Taten geradestehen.  Aber sie brauchen auch eine Begleitung durch Fachleute, denn auch dort gibt es sehr ernste Krankheiten und Leiden.

Sicherlich arbeiten Schönstätter an vielen Orten der Welt in verschiedenen Bereichen mit der Kirche zusammen, inspiriert von den Worten Pater Josef Kentenichs:

„Alles für Schönstatt, Schönstatt für die Kirche und
die Kirche für den Dreifaltigen Gott.“