21.01.2020

Könige, die dem Stern gefolgt sind …

von Schw. M. Charissa Frenzel

Beim „Heiligtum der Freude“ in Herxheim haben sie ihn aufgehen sehen.

Aber die Geschichte begann schon viel früher.

Ihr ganz besonderer Ort

Als die große Flüchtlingswelle nach Deutschland kam, führte die Gottesmutter die ersten Iraner zu uns. Zwei von ihnen wollten katholisch werden und wurden Ende 2016 in der Pfarrkirche getauft. Ihr ganz besonderer Ort, zu dem sie in Freude und Leid kommen, ist das Schönstattheiligtum und Maria hat ih­nen schon so oft geholfen. Sie haben anderen davon erzählt, und so kam im Laufe des Sommers eine ganze Gruppe von 6 Taufbewerbern zusammen. Für viele von ihnen ist Maria eine ganz wichtige Person, die sie zu Jesus führt und ihre Schritte begleitet.

Am Beginn des neuen Kirchenjahres war ihre offizielle Aufnahme ins Katechumenat. Schwester M. Charissa wirkt zusammen mit Schwester M. Gerta im Schönstattzentrum. Sie gehört aber auch zum Pastoralteam der Pfarrei und die Arbeit mit Geflüchteten gehört zu ihren Auf­gaben. Die Gruppe trifft sich nicht nur regelmäßig zum Unterricht im Schönstattzentrum. Die Feste des Kir­chenjahres werden zusammen gefeiert und ein Besuchsdienst-Pilgerheiligtum ist auch unterwegs.

Thema Krippe in der Weihnachtszeit

Ein Thema in der Weihnachtszeit war die Krippe. Überraschenderweise schenkten zwei Familien eine vollstän­dige Krippe, so dass zwei Wohnungen eine eigene aufstellen konnten.

Ein Thema ging um die Hirten und Könige, die sich auf den Weg zur Krippe machten. Wissenschaftler sind der Meinung, dass per­sische oder chaldäische Sterndeuter gemeint sein könnten. Deshalb war das für die Iraner ein besonde­res und wichtiges Thema. Auch sie haben teilweise einen langen Weg der Suche hinter sich.

Irgendwann kam die Idee, bei der Aktion der Sternsinger in der Gemeinde, für die Schwester M. Charissa mit verantwortlich ist, konkret mitzuwirken. Es fanden sich passende Gewänder. Die vier Sternsinger meisterten die Herausforderungen der deutschen Sprache – drei da­von können gut Deutsch – und am 11.1.2020, pünktlich um 9:00 Uhr startete die Gruppe in Insheim.

„echte“ Könige unterwegs

Nicht wenige Leute staunten, als sie beim Öffnen vor ihrer Tür diese „echten“ Könige sahen. Es ergab sich manches gute Gespräch. Die Katechumenen lernten deutsche Familien kennen und hörten auch von deren Sorgen:
– eine Frau erzählte von ihrer Mutter, die am Montag beerdigt wird,
– jemand anders wartete auf die Geburt eines Enkelkindes,
– eine andere Person lud sie spontan auf der Straße ein, auch zu ihrem Haus zu kommen. Sie brauche den Segen für sich und ihren kranken Ehemann.
– Etwas Besonderes war der Be­such bei einer alten kranken Schönstattmutter, die seit längerer Zeit jeden Tag für die Taufbewerber betet. Mit ihr wurde ein Foto gemacht und Frau D. in ihrem Rollstuhl strahlte.

– Ein Ehepaar meinte:
„Man hört immer wieder Negatives von Ausländern und Geflüchteten.
Diese hier zu erleben ist etwas ganz anderes. Danke, dass Sie zu uns gekommen sind!“