12.12.2019

Advents-Tagebuch der Anbetungskirche – Teil 1

von Schw. M. Theresiana Berger

Beim Krippenbau über die Schulter geschaut

Aus dem Advents-Tagebuch der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt

In jeder Weihnachtszeit kommen viele Besucher zur Krippe in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt – ob zu den „10 Minuten an der Krippe“ oder zum stillen Gebet in einer ruhigeren Tageszeit. Von der Christmette am Heiligen Abend bis Ende Januar erstrahlt die Krippe, ausgeschmückt mit vielen Details. Über ihr leuchtet der Lichterglanz der Christbäume. Jeder kann sich vorstellen, dass viele Hände viele Stunden und Tage lang mit Liebe und Geduld dieses Kunstwerk vorbereiten.

Schw. M. Theresiana Berger erlebt diese Zeit zum ersten Mal in nächster Nähe mit, und lässt uns einen Blick werfen ins Advents-Tagebuch der Anbetungskirche.

Mittwoch, 4. Dezember

Heute werden die Christbäume für die Kirche geschlagen – alle stammen von unserem eigenen Gelände auf Berg Schönstatt, zwei direkt aus dem benachbarten Noviziatshausgarten.

Donnerstag, 5. Dezember

Dichter Nebel liegt auf Berg Schönstatt, doch der Hausmeister und die Männer des Gartenteams sind schon früh in Aktion. Nachdem einige Kirchenbänke auf die Seite gerückt sind, beginnt der Transport des ersten Baumes über die große Treppe in die Kirche.

Es ist 9:15 Uhr, als der erste Baum steht. Er hat seinen Platz rechts neben dem Bild der Gottesmutter.

Noch größer sind die drei Bäume, vor denen später die Krippe stehen wird. Entsprechend ist das Gewicht, und mit Hilfe von Seilen werden sie aufgestellt und gesichert.

Besonders, wenn man zum ersten Mal zusieht, gibt es Momente, in denen man ein Stoßgebet zum Himmel schickt. Zuerst der mittlere Baum, dann der linke, schließlich der rechte – alles geht gut, mein „Gott-sei-Dank“ kommt aus dem Herzen! Jetzt stehen die Bäume fest an ihrem Platz.

Nun folgenden die letzten Arbeitsschritte für heute: die Installation des Strahlers für die Krippe und die Baumbeleuchtung. Ein Test: Die Lichter brennen. Nun wird der Adventskranz noch auf den richtigen Platz gerückt, dann verabschieden sich die fleißigen Helfer.

In den nächsten Tagen ist Pause, oder besser: Feiertag. Wir begehen das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens mit einem feierlichen Gottesdienst in der Anbetungskirche und den 2. Adventssonntag. – Doch dann geht es richtig los mit dem Aufbau der Krippe!

Montag, 9. Dezember

Heute geht es so richtig los! Wir beginnen mit dem eigentlichen Krippenbau. Der Unterbau wird richtig professionell, nach einer technischen Zeichnung, erstellt. Ich erfahre, dass vier unscheinbare Nägel als Anfangsmarkierung eine große Rolle spielen, denn sie geben dem ganzen Bau die richtige Ausrichtung.

Dieses Gerüst ist sozusagen das Fundament für alles, es trägt die ganze Krippenlandschaft.

Zu den ungesehenen und doch grundlegenden Arbeiten gehört es, die Einzelteile auf großen Transportwagen aus dem Keller zu holen. Alle tragen eine Nummer – jedes Teil wird gebraucht und hat seinen Platz, keines darf fehlen. Unwillkürlich denke ich an uns Schwestern, an die Kirche, an die Welt, an alle Menschen: Jeder ist ein Original, das nicht zu ersetzen ist und einen bestimmten Platz mit einer konkreten Aufgabe hat.

Nachdem das Kernstück des Unterbaus fertig ist, decken wir es ab.
Jetzt werden die Seitenteile angesetzt und ebenfalls abgedeckt.
Dieses Teil lässt bereits ahnen, dass hier später der Ziehbrunnen eingesetzt wird.
Dann kommt der schwierigste Teil, der verschiedene Höhen hat.

In der Zwischenzeit belegen wir schon einmal die Dächer mit Moos und nehmen einige Ausbesserungen vor.

Morgen geht es weiter!