27.04.2019

Nachtwache bei der Schwarzen Madonna

von Schw. M. Sylwia Palus

Als lebendige Mitglieder der Kirche haben wir
mit der Schönstattfamilie in Polen

bei der Schwarzen Madonna in Tschenstochau gewacht.

In der Nacht vor dem vierten Fastensonntag trifft sich die Schönstattfamilie in Polen seit vielen Jahren auf dem Hellen Berg (Jasna Góra) in Tschenstochau. Wir erleben uns als große Schönstattfamilie in unserem Charisma geeint und geben Zeugnis für unsere Präsenz in der Kirche. Während des gemeinsamen Gebetes vertrauen wir der Gottesmutter und dem lieben Gott wichtige Anliegen der Kirche in unserem Land an und beten für unser Volk.

In diesem Jahr fiel die Wache in die Nacht vom 30. zum 31. März 2019. Von mehreren Diözesen wurden Pilgergruppen mit Bussen organisiert.  Es sind außergewöhnlich viele Menschen gekommen. Es waren Vertreter aller Gemeinschaften der Schönstattbewegung, die in Polen existieren, da. Sehr zahlreich war das Apostolat der Pilgernden Gottesmutter repräsentiert. Sogar aus Deutschland, von den Polnischen Katholischen Missionen, und aus Weißrussland sind Pilger nach Tschenstochau gekommen. Als besonderer Gast war zu dieser Veranstaltung Pater Eduardo Aquirre, Postulator für den Seligsprechungsprozess von Pater Josef Kentenich, eingeladen. Im ersten Teil des Treffens berichtete er von Initiativen des Pater-Kentenich-Jahres in der ganzen Welt.  Sein zweiter Vortrag zeigte die Antwort, die Schönstatt auf die aktuellen Nöte der Kirche gibt – im Geiste des Dilexit Ecclesiam unseres Vaters und Gründers.

Sehr inhaltsreich war auch der Vortrag von Dr. Paweł Kwas aus dem Familienbund. Er zeigte Schönstatt als Werk des Heiligen Geistes – im Zusammenhang mit dem seelsorglichen Programm der Kirche in Polen, dessen Motto lautet: „In der Kraft des Heiligen Geistes“.

Die heilige Messe um Mitternacht wurde unter dem Vorsitz von Bischof Paweł Cieślik, Protektor der Schönstattbewegung in Polen, zelebriert. In seiner Predigt knüpfte er an das Evangelium des Laetare-Sonntags, an das Gleichnis vom verlorenem Sohn und barmherzigem Vater, an.

Im ersten Teil des Treffens haben Personen vom Apostolat der Pilgernden Gottesmutter ihre Erlebnisse erzählt, und im zweiten Teil – nach der heiligen Messe um Mitternacht – die Mitglieder der Familienliga. Die Zeugnisse waren für alle Teilnehmer sehr bewegend.

Zentrale Momente während der Nachtwache waren die Zeit der stillen Anbetung und die gemeinsame Andacht. Traditionell singen wir in Polen an jedem Fastensonntag Passionslieder, die so genannte „Bittere Trauer” (Gorzkie Żale). Die Andacht wurde mit dem eucharistischen Segen und der Aussendung beendet. Nach 4.00 Uhr am Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Hause.

Wir hoffen, dass diese gemeinsame Zeit des Gebetes und der Besinnung reiche Früchte im Leben allen Teilnehmer bringt und auch zum Segen für die Schönstattfamlie und der ganzen Kirche in Polen wird.