06.03.2019

Lebhaftes Interesse für Afrika

von Schw. Mariette Niyonsaba und Schw. M. Yvonne Niragira

Schw. Mariette Niyonsaba und Schw. M. Yvonne Niragira stammen aus Burundi.
2017 kamen sie zu ihrer endgültigen Aufnahme in unsere Gemeinschaft nach Schönstatt. Sie erlernten dann an der Akademie Klausenhof die deutsche Sprache.
Heute sind sie in der Missionszentrale und im Mutterhaus tätig. Sie erzählen uns von einer Einladung in die Schönstätter Marienschule in Vallendar.

Wie kommt es, dass Schülerinnen der Marienschule Euch eingeladen haben?

Seit vielen Jahren gibt es unter den Schülerinnen eine Burundi-AG, die den Kontakt zur ÉTG – École Technique de Gestion -, der Partnerschule in Mutumba/Burundi, pflegt. Schw. Mariette hat diese Schule selbst drei Jahre lang besucht. Deshalb luden die Schülerinnen uns ein, in drei Klassen über die ÉTG und unser Heimatland zu sprechen.

Ihr habt diese Einladung gern angenommen …

Ja, wir freuen uns sehr, dass junge Menschen in Deutschland so viel Interesse an Burundi haben. Es war für uns eine schöne Gelegenheit, deutschen Mädchen zu begegnen – vor allem, um ihnen für ihren Einsatz zu danken. Das war uns sehr wichtig!

Was tun die Schülerinnen konkret für ihre Partnerschule?

Sie haben schon viele Aktionen für die ÉTG in Mutumba gestartet und sie dadurch großzügig unterstützt. Vor ein paar Jahren gab es einen Friedenslauf für Burundi, aber sie organisieren auch Aktionen wie den wöchentlichen Kuchenverkauf oder gelegentlichen Eis- und Waffelverkauf auf dem Schulhof. Sie sind darin sehr erfinderisch!

Die ÉTG ist zugleich Internat, und die Schülerinnen müssen dort auch nachts geschützt sein. Zuletzt konnte von Spendengeldern der Marienschule eine Mauer um das Schulgelände gebaut werden. Die Mädchen sind dafür sehr dankbar und fühlen sich nun sicher.

Welche Fragen hatten die Schülerinnen an Euch?

Sie interessierten sich zum Beispiel dafür, ob die Schülerinnen in Burundi gern in die Schule gehen. – Ja, das tun sie, auch wenn sie einen weiten Schulweg haben. Sie haben ein großes Interesse, etwas zu lernen und sind im Unterricht diszipliniert.

Leider ist der Schulbesuch für manche Familien zunächst ein finanzielles Problem. Deshalb unterstützen wir Schwestern bedürftige Kinder mit Schulgeld und Unterrichtsmaterial.

Die Mädchen der Marienschule fragten uns außerdem, wer in Burundi die Schule putzt, und sie waren überrascht, dass dies die Schüler selbst tun. Für uns ist das ganz normal …

Was hat Euch besonders beeindruckt?

Die Schülerinnen haben uns sehr herzlich empfangen und hörten uns aufmerksam zu. Wir konnten dadurch spüren, dass es eine Marienschule ist. Es hat uns beeindruckt, dass junge Menschen sich so tatkräftig für andere einsetzen, die weit weg in einem anderen Kontinent leben. Wir freuten uns, dass sie uns eingeladen haben, bei Gelegenheit wiederzukommen!