03.03.2019

Die „Heiligkeitsschule der Gottesmutter“

von Sr. Glória Maria Melo

Junge Frauen treten in die „Heiligkeitsschule der Gottesmutter“ beim Heiligtum ein, um ihre Berufung zu entdecken.

Während viele Schüler die Tage bis zum Schulbeginn zählen, warteten sechs junge Frauen im Nordosten Brasiliens gespannt darauf, in die „Schule Mariens“ eintreten zu dürfen. Hier wollen sie ihr Leben im Licht ihrer von Gott geschenkten persönlichen Sendung kennen lernen. Am 1. Februar ziehen sie in das Haus der Jugend beim Taborheiligtum der Werktagsheiligkeit in Garanhuns ein, um dort zu wohnen.

Diese gesegnete Zeit, die ganz der Suche nach der persönlichen Berufung gewidmet ist, beginnt mit einer heiligen Messe. In den kommenden Monaten werden die Jugendlichen in Zeiten der gotterfüllten Stille und im konkreten Apostolat Erfahrungen sammeln, um so den Plan Gottes für ihr Leben zu entdecken. Wie in der Schule die Qualität des Lernens und die Ergebnisse der Prüfungen entscheidend sind für eine erfolgreiche Berufskarriere, so ist die Antwort des Menschen auf den Ruf Gottes die Voraussetzung für sein eigenes Glück.

Mit ihrem ersten Schritt bezeugen die Jugendlichen, dass es für sie die Mühe wert ist, alles zu verlassen auf der Suche nach der kostbaren Perle, der eigenen Berufung. Das Herz dessen, der den Ruf vernimmt, muss an dem Ort sein, an den ihn der liebe Gott gerufen hat. In seiner Predigt beim Abschluss des Weltjugendtages in Panamá, sagte Papst Franziskus den Jugendlichen:

„Nicht morgen, jetzt; denn dort, jetzt, wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz (vgl. Mt 6,21). Und das, worin ihr verliebt seid, wird nicht nur eure Vorstellungskraft erobern, sondern es wird alles einbeziehen. Es wird das sein, was euch am Morgen zum Aufstehen bringt und euch in den Augenblicken der Ermüdung anspornt, was euch das Herz zerreißen wird und euch mit Staunen, mit Freude und Dankbarkeit erfüllen wird. Spürt, eine Mission zu haben und verliebt euch in sie, und davon wird alles abhängen.“ 

So wie diese Worte des Heiligen Vaters den Impuls gaben, so regte sie auch die Liturgie des Tages an, diese Erfahrung wagemutig zu beginnen. Jede einzelne von ihnen fasste den Gedanken, der während der heiligen Messe im Herzen mitschwang, in einem Satz zusammen:

  • „Auf dem Weg wird es viele Schwierigkeiten zu überwinden geben, aber es reicht, wenn man das Leben Gott übergibt.“ (Fabrícia, 22 Jahre, Paulo Afonso/BAHIA)
  • „Gott macht keine Zauberstücke, er wirkt Wundertaten. Vertrau dem Herrn dein Geschick an und er wird alles übernehmen.“ (Alanna Karla, 21 Jahre, Agrestina/PERNAMBUCO)
  •  „Ich fühle mich geehrt, an so etwas Wunderbarem teilzunehmen. Bei Jesus zu sein ist einfach herrlich!“ (Joana Glória, 18 Jahre, Saloá/PE)
  •  „Ist er (der Same) aber gesät, dann geht er auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können“ (Mk 4,32). (Karolayne, 19 Jahre, Angelin/PE)
  • „Habt den Mut, Christus zu folgen.“ (Maria Vitória, 17 Jahre, Queimadas de Jurema/PE)
  •  „Wir sollen mutig sein und Jesus auch in den Schwierigkeiten folgen. Wir wollen dem Herrn in allen Augenblicken vertrauen.“ (Jadiane, 14 Jahre, Jupi/PE)

Mit dem Psalmisten beten die Jugendlichen: „Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen“ (Ps 37,5).

Während dieser Zeit werden die sechs jungen Frauen Besinnungstage und Wochenenden für andere Jugendlichen anbieten, die sich mit ihnen verbinden wollen auf der Suche nach der Antwort auf ihre Sehnsucht, die Gott in ihre Herzen gelegt hat.