23.11.2018

„Genau Dich brauche ich!“

von Ulrich Feuerstein, Grünsfeld; Bilder: Feuerstein

Das sagte einst Jesus zu Petrus. Er stand im Mittelpunkt beim

ökumenischen Kinderbibeltag

der katholischen Seelsorgeeinheit Grünsfeld-Wittighausen und der evangelischen Kirchengemeinde. Rund 100 Kinder trafen sich, um mit Schwester Annemarai Eberhard und einem Team von etwa 30 Helfern den ersten Apostel näher kennenzulernen.

Petrus ist so ein bisschen wie wir:

Er ist manchmal hellauf begeistert, dann aber auch so richtig traurig. Meist versteht er nur die Hälfte von dem, was Jesus ihm sagt. Manchmal macht er viel Wind, ist ein richtiges Großmaul. Einmal ist er aber auch richtig feige. Die biblische Geschichte von Petrus, dem ersten Apostel, bildete Grundlage und Rahmen des Kinderbibeltages. Schwester Annemarai hatte ihn mit einem Team von rund 30 Helfern vorbereitet.

Der Kinderbibeltag orientierte sich in seiner Gestaltung und Ausführung an den „religiösen Kinderwochen“. Diese stammen ursprünglich aus den östlichen Diözesen zur Zeit der DDR und gelten bis heute als katechetisches Angebot der Pfarrgemeinden. Erstmals wurden sie im Jahre 1961 unter dem Motto „Wir sind Kinder Gottes“ durchgeführt. Inzwischen sind sie auch in den westlichen Bundesländern ein beliebtes ökumenisches Kooperationsprojekt in der Kinder- und Jugendarbeit und haben regen Zulauf.

Kinder in ihrem Vertrauen auf Gottes Nähe bestärken.

„Dem Kinderbibeltag liegt die Idee zugrunde, Kindern im Alter von 6 bis etwa 13 Jahren in altersgemischten Gruppen unter Anleitung von Erwachsenen oder Jugendleitern ein religiöses Thema näherzubringen“, erklärte Schwester Annemarai am Rande der Veranstaltung. Ihr und ihrem Team sei es ein besonderes Anliegen gewesen, auf vielfältige Weise durch Spiel, Musik, Aktionen und Gruppenarbeit die Lebenswelt der Kinder einzubeziehen „Ziel war es, Kinder zu animieren, über ihren Glauben zu sprechen und sie dabei in ihrem Vertrauen auf Gottes Nähe zu bestärken.“

Beim Kinderbibeltag gab es deshalb ein Theaterstück und Kreativworkshops. Einige Jugendliche stellten Szenen aus dem Neuen Testament nach. Die biblische Geschichte lieferte Gesprächsimpulse für anschließende Gruppenstunden. Dann wurde gebastelt. Mit viel Liebe zum Detail und großer Kreativität stellten die Kinder Trommeln her.

Vorbild ökumenischer Zusammenarbeit

Die verschiedenen Aktionen kamen bei den Kindern sehr gut an. Schwester Annemarai freute sich über den harmonischen Verlauf und nannte den Kinderbibeltag ein „Vorbild ökumenischer Zusammenarbeit“. Gemeinsam habe man ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Einerseits kam der Unterhaltungsaspekt dabei nicht zu kurz, andererseits wurden aber auch ernste Themen angesprochen. „Angst, Geborgenheit, Wut und Hoffnung sind menschliche Grunderfahrungen“, betonte sie. Noch wichtiger aber war ihr diese Erkenntnis: „Die Kinder haben genau wie Petrus gemerkt, dass wir Gott ganz und gar vertrauen können.“

Der Kinderbibeltag mündete am Abend in eine kurze Andacht in der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul. Eine letzte Szene zeigte noch einmal Petrus, der sich von Jesus hat begeistern lassen. Spektakulärer Schlusspunkt war der Auftritt der Fränkischen Herolde aus Kützbrunn. Ihre Trommeleinlage war der lautstarke Beweis für die Begeisterung, die der Kinderbibeltag bei allen Beteiligten ausgelöst hat.