23.02.2018

Ressourcen nutzen – Schönstätter Marienschulen arbeiten zusammen

von Schwester M. Gertrud Foemer

Seefahrer nutzten das Wasser, um in ferne Kontinente zu reisen. Die Meere schufen eine Verbindung zwischen der alten und neuen Welt. Das Wasser und die Möglichkeiten des World Wide Web boten auch den Schönstätter Marienschulen in Vallendar und Borken auf eine außergewöhnliche Weise Gelegenheit, einen neuen Kontakt zu ihren Partnerschulen in Indien und Burundi zu knüpfen.

Schönstätter Marienschülerinnen beim Roboter-Wettbewerb

Teams aus beiden Schulen nahmen am 25. November 2017 in Koblenz und Borken an der First Lego League (FLL) teil, einem internationalen Roboter-Wettbewerb. Jugendliche zwischen 9 und 16 Jahren bauen und programmieren einen Lego-Roboter, der auf einem vorgegebenen Spielfeld Aufgaben lösen muss. Die Schönstätter Marienschule in Borken war zum sechsten Mal Veranstalter dieses Wettbewerbes. Ohne die Mithilfe der ehemaligen Schülerinnen, die sich wie in den vergangenen Jahren als Juroren engagierten, wäre es für die Schule schwer, die Veranstaltung durchzuführen. Die drei Teams der Schönstätter Marienschule aus Vallendar nahmen zum dritten Mal am Wettbewerb der Region Mittelrhein in der Hochschule Koblenz teil.

Die Teams der beiden Mädchenschulen erregen auf diesen Wettbewerben immer wieder Aufmerksamkeit, denn in den konkurrierenden Teams dominieren die männlichen Schüler. Kollegen anderer Schulen loben die Hilfsbereitschaft und die Offenheit der Mädchen. Sr. M. Bonnie, Roberta-Teacher an der Borkener Schule, sieht in diesem Wettbewerb einen Gewinn für die Persönlichkeitsentwicklung: „Es fällt auf, wie selbstbewusst die Mädchen sich gegenüber den Jungen behaupten können.“ Dass die Mädchen in ihrer sozialen Kompetenz herausstachen, zeigt sich an den Ergebnissen des Wettbewerbs. Den Preis für das beste Teamwork gewannen sowohl in Koblenz als auch in Borken die Teams der Schönstätter Marienschule.

Denn neben dem Bauen und Programmieren von Robotern wird bei der FLL auch eine Aufgabe im Bereich Teamwork bewertet. Außerdem bereiten die Teilnehmer eine Forschungspräsentation vor, in der sie eine Lösung zu einem aktuellen Problem entwickeln. In diesem Jahr standen die Aufgaben unter dem Motto „HYDRO DYNAMICS – Vorkommen, Nutzung, Lagerung und Bewegung von Wasser ergründen“. Die Jugendlichen untersuchten Probleme wie Wasserknappheit oder Wasserverschmutzung.

Zusammenarbeit mit den Partnerschulen in Indien und Burundi

Da beide Schulen sich seit Jahren für die École Technique de Gestion in Burundi oder die Schoenstatt St. Mary’s School in Bangalore/Indien einsetzen, stand für die Teams schnell fest: Wir arbeiten mit unseren Partnerschulen zusammen und entwickeln eine Idee, wie man den Problemen der Wassernutzung in Burundi und Indien begegnen kann. E-Mails gingen von Deutschland nach Afrika und Asien, Ideen wurden vorgestellt und Informationen geliefert. Die Schulleiterin der Schoenstatt St. Mary’s School in Bangalore, Sr. M. Joice, arbeitete eine Präsentation aus, in der sie unter anderem die kulturelle Bedeutung des Wassers in Indien erläuterte. Diese Präsentation konnte während des Wettbewerbes in einem Klassenraum gezeigt werden.

Mit Hilfe der Informationen von Sr.  M. Joice stellte das Team aus der zehnten Klasse der Borkener Mädchenrealschule ihre Lösung zur Reinigung verschmutzter Flüsse in Indien so überzeugend dar, dass sie den Preis für die beste Forschungspräsentation erhielten. In der Gesamtwertung belegten sie einen hervorragenden zweiten Platz. Auch das Team aus der neunten Klasse war mit dem dritten Platz sehr zufrieden.

Beim Wettbewerb in Koblenz konnte das Team #TechBlack seine Lösung zu dem Problem der Wassernutzung in Burundi präsentieren. Als die Schülerinnen bei ihrer Partnerschule um Ideen für die FLL baten, erhielten sie zur Antwort, Wasser gebe es in Burundi genug, aber die Schwierigkeit sei, wie man das Wasser aufbereiten könne. Daraus wurde das Thema „Sauberes Trinkwasser“ geboren. Die Schülerinnen drehten einen Animations-Kurzfilm mit Playmobilfiguren zur Wassersituation in Burundi und entwickelten eine in Dritte-Welt-Ländern einsetzbare Filtertechnik zur Herstellung von Trinkwasser. Diese führten sie mit Schmutzwasser im Rahmen ihrer Präsentation vor und reichten der Jury am Ende buchstäblich das (saubere) Wasser.

Mit Feuereifer und Herzblut dabei

Sr. Christamaria, die als Informatik-Lehrerin die drei Teams der Schönstätter Marienschule aus Vallendar auf den Wettbewerb vorbereitet hatte, äußert sich rückblickend: „Unsere AG platzt aus allen Nähten: Mehr als 50 Begeisterte, Teammitglieder und Fans, erregten beim Wettbewerb Aufmerksamkeit. ‚Wo kommen denn all die Mädchen her?‘, staunten die meist männlichen Nerds und wurden Zeuge, dass ihnen diese Mädchen in nichts nachstanden. Sachverstand, logisches Kombinieren und Reagieren verblüfften Teilnehmer und Jury. Am meisten überzeugten die Mädchen durch ihr Feuer für den Wettbewerb. Sie waren mit so viel Herzblut dabei, dass alle drei Teams Gewinner waren, egal ob sie einen der begehrten Preise ergattern konnten oder nicht. Die drei Teams, in denen Schülerinnen aller Klassenstufen, schulartübergreifend aus Realschule-plus und Gymnasium, zusammenarbeiten, konnten sich gegenüber 15 weiteren Mannschaften gut behaupten.“

Wasser verbindet nicht nur die Kontinente, sondern schafft eine Verbindung zu den Partnerschulen unserer Schönstätter Marienschulen. Das durften die Schülerinnen im November erleben. Ihnen wurde bewusst, dass die Schönstattbewegung ein weltweites Netz ist, in dem man sich gegenseitig mit Ideen beschenken kann. Eine Partnerschaft von Schönstätter Marienschulen ist ein Geben und Nehmen. Steht sonst das Engagement der deutschen Schülerinnen, die Spenden für ihre Partnerschule sammeln, im Vordergrund, so haben sie bei der FLL von der Ressource „Partnerschule“ profitiert, weil sie außergewöhnliche Quellen anzapfen konnten.