07.12.2017

Ein tschechisches Zimmer im neuen Schönstattzentrum Belmonte

von Sr. M. Václava Horáková, Tschechische Republik

Das MTA-Bild mit symbolreichem Rahmen

„Dieses Geschenk nehme ich gern und sofort an!“ sagte Pater Kentenich zu Weihbischof Heinrich Tenhumberg im Jahr 1965, als er ihm vom Angebot des Generalpräsidiums des Schönstatt-Werkes erzählte, in Rom ein Heiligtum und ein Schönstattzentrum zu errichten. Das sagt er sicher auch jetzt zu seiner tschechischen Schönstattfamilie, die wie viele andere Länder das neu eröffnete Zentrum Belmonte finanziell unterstützt, und gerade eine landestypische Gestaltung für das tschechische Zimmer erarbeitet. Für die Schönstätter Marienschwestern in Tschechien ist es eine große Freude, dass sie sich mit einigen Symbolen an dieser Aktion beteiligen können.

Das Prager Jesulein

Das Prager Jesulein ist ein wichtiges Erkennungszeichen von Tschechien. Das Original des wundertätigen Gnadenbildes befindet sich in Prag. Eine Nachbildung des Jesuleins, das mehrere Jahre im Schönstatt-Heiligtum in Nord-Ost-Böhmen („Bethlehem-Heiligtum“) stand, hat bereits seit dem Jahr 2006 seinen Platz im Zentrum Belmonte erhalten.

Kreuz und Marienbild

Weitere Symbole für das tschechische Zimmer sind ein Kreuz und das Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt, die sich zurzeit noch im Zentralhaus in Rokole befinden. Das Kreuz ist nach einer Darstellung des berühmten tschechischen Bildhauers Josef Václav Myslbek geschnitzt. Es bringt die Hingabe Jesu aus Liebe zu uns Menschen besonders gut zum Ausdruck.

Bilderrahmen erzählt Geschichte

Im Rahmen des Marienbildes ist die Geschichte der tschechischen Schönstattbewegung dargestellt, die eng mit der Geschichte der Marienschwestern im Land verbunden ist. Oben im Rahmen ist die Wenzelskrone, mit der alle tschechischen Könige gekrönt wurden, abgebildet. Als Gegenstück zur Krone sieht man die zwei Türme der Basilika in Velehrad, wo die Apostel der Slaven, Cyrill und Methodius, gewirkt haben. In dieser Kirche hat die tschechische Schönstatt-Bewegung die Gottesmutter im Jahr 1985 zur Königin von Mähren gekrönt.

Auf dem Rahmen sind auch das Urheiligtum und das alte Kapellchen in Rokole dargestellt. Dort schlossen am 11. August 1939 die ersten einheimischen Priester das Liebesbündnis mit der Gottesmutter. Von dieser Zeit an wurde Rokole zur Wiege der Schönstattbewegung in der ehemaligen Tschechoslowakei. Neben der Kapelle fliesst eine Quelle mit Heilwasser. Diese symbolisiert die Wasser der Gnade, die vom Heiligtum aus fliessen. Die schwere Zeit der Totalität und der Verfolgung während des Sozialismus ist durch das Gefängnisgitter dargestellt. Damals mussten Schönstatt-Priester, Marienschwestern und auch einige Mitglieder der Schönstatt-Bewegung wegen ihrer Glaubensüberzeugung ins Gefängnis.

Auf der anderen Seite des Bilderrrahmens ist als Symbol für die neue Zeit das Bethlehem-Heiligtum in Rokole und das Logo vom Zentrum Belmonte dargestellt.

Weizenähren, das Symbol der Saat und der Erstlinge, stehen für die erste Gründergeneration Schönstatts in Tschechien. Die Lindenblätter erinnern an die Linde als tschechischen Nationalbaum. Die Blätter in Herzform drücken die spezifische Sendung der tschechischen Schönstatt-Familie aus:  Familie sein, Beziehungen knüpfen und alle Menschen in Liebe verbinden.

Tschechische Delegation bringt Symbole nach Rom

Das Kreuz und das Marienbild mit dem symbolreichen Rahmen werden im September 2018 von einer tschechischen Delegation nach Rom gebracht. „Wir freuen uns auf den Tag des Umzugs der Symbole ins Herz der Kirche…“, so Sr. M. Magdaléna von den Schönstätter Marienschwestern in Tschechien.