08.10.2020

Kindertagesstätte „Marabá“ in Londrina/Paraná

von Schwester M. Reginita Schubert

Die Kindertagesstätte „Jardim Marabá”

liegt in der Ostzone von Londrina im Stadtviertel Marabá, einem der ärmsten Viertel der Stadt. Dort werden ca. 130 Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren von morgens 7:00 bis nachmittags 17:00 Uhr betreut. Viele der Eltern sind arbeitslos. Falls sie überhaupt einen Verdienst haben, ist die Mutter für gewöhnlich Hausangestellte mit einem geringen Lohn, der Vater Taglöhner, der den Müll auf der Straße sammelt und für ein ganz geringes Entgelt zum Recycling abgibt. Diese Tatsache führt dazu, die ohnehin schon schwache Familienstruktur immer mehr zu erschüttern. Da es schon für eine durchschnittliche Familie in Brasilien schwer ist, mit dem monatlichen Verdienst auszukommen, dann umso mehr für die Familien im besagten Einzugsgebiet. Nicht selten müssen sie ums Überleben kämpfen und haben, wenn überhaupt, nur das Allernotwendigste. Deswegen nehmen Kriminalität, Drogenhandel und Drogenabhängigkeit zu.

Förderung der Kinder aus den Armutsvierteln

Die Kinder kommen aus drei umliegenden Favelas: „Santa Fé”, „Monte Cristo” und „Jardim Marabá”. Da die Eltern oder der alleinstehende Elternteil darauf angewiesen sind, für das Lebensnotwendige aufzukommen, sind die Kinder meist sich selbst überlassen und werden wenig gefördert. Das hat zur Folge, dass sie beim Schuleintritt nicht die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, um mit den anderen Kindern Schritt zu halten. So verlieren sie schnell die notwendige Motivation für den Schulbesuch und bleiben einfach zu Hause. Selbst wenn es gelingt, den Anforderungen gerecht zu werden, kommen Kinder aus dieser Bevölkerungsschicht selten über das 4. Grundschuljahr hinaus, da sie schon sehr bald für den Lebensunterhalt der Familie mitsorgen müssen.

Durch eine gute Erziehung der Kinder möchten wir einen Beitrag leisten, um die Lebenssituation der Kinder und deren Familien zu verbessern, soweit es uns eben möglich ist.

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