30.10.2018

Schönstatt in Kenia

von Sr. Ann-Marie Nicholas

Im August 2018 reiste Sr. M. Iona aus Kapstadt, Südafrika, für drei Wochen nach Kenia, um die wachsende Schönstattbewegung dort zu unterstützen.  Sie besuchte Nairobi, Saba-Saba, Kabibi, nahe bei Bungoma im Nordwesten Kenias, sowie Mugoiri, um ein Seminar für 85 junge Mädchen zu halten. Sr. M. Philis begleitete sie, eine unserer Schwestern aus Kenia, die für drei Monate in Kenia in der Bewegung arbeitet, sowie Pauline, eine junge Frau aus Kenia, die sich sehr für Schönstatt einsetzt. Dies war nicht der erste Besuch von Sr. M. Iona in Kenia. Im Jahre 2000 war sie zum ersten Mal dort. Und während der letzten Jahre durfte sie die frohe Erfahrung machen, dass die dortige Schönstattbewegung stetig wächst.

Seminar für eine Gruppe von Müttern

Saba-Saba in der Diözese Muranga liegt 60 km nördlich von Nairobi. Sr. M. Iona wurde von einem Mitglied der Schönstattbewegung eingeladen, ein Tagesseminar für eine Gruppe von Müttern zu halten, die interessiert sind, der Mütterliga beizutreten. Es war eine Freude für sie, dass 50 Mütter am Workshop teilnahmen. Anhand des Schönstatt -Logos gab sie eine Einführung in die Spiritualität Schönstatts, einschließlich des Liebesbündnisses mit Pater Kentenich, dem Gründer Schönstatts. Wenn man den Gründer kennen lernt, lernt man auch Schönstatt kennen. Während der Vorträge hatten die Mütter Gelegenheit, Fragen zu stellen. Sie wollten wissen, wie Schönstatt ihnen persönlich helfen und ihr Leben beeinflussen kann. Schw. M. Iona stellte fest, dass sich die Zahl der alleinerziehenden Mutter in Kenia mehrte, was ein allgemeines großes pastorales Anliegen ist.

In Saba-Saba hatte sie eine Besprechung mit dem Priester, der mit Schönstatt in Verbindung kam während einer Schulung im Priesterseminar, die Sr. Joanne gehalten hatte. Dieser Besuch von Sr. M. Joanne eröffnete ihm die Botschaft Schönstatts, und er lernte die Gottesmutter in einer tieferen Perspektive kennen.

Erlebnisse mit den Pilgerheiligtümern

Am folgernden Tag reiste Sr. M. Iona mit dem Bus nach Bungoma. Es war eine Busfahrt von sieben Stunden. Bungoma liegt im Nordwesten von Kenia, 35 km von der Grenze zu Uganda entfernt. Im Jahre 2015 kam das erste Pilgerheiligtum in diese Gegend und heute engagieren sich 300 Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung im Pilgermutter-Apostolat.

Sr. M. Iona konnte miterleben, wie die Pilgernde Muttergottes von einem Haus zum anderen getragen wurde, begleitet von etwa 40 Menschen in ihrer Kenian Schönstatt-Uniform, die sie zum 100-jährigen Bestehens Schönstatts 2014 entworfen haben. Es ist Brauch in Kenia, dass Mitglieder einer „Organisation“ – einschließlich Schönstatts – ihre eigene Uniform entwerfen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit.

Wenn die Pilgernde Gottesmutter kommt, bereiten sich die Mitglieder der Familie gut vor. Das Haus wird gründlich geputzt; die Seele wird gereinigt durch das Sakrament der Beichte. Sr. M. Iona war sehr beeindruckt zu erleben, wie der Vater und die Mutter des Hauses sich niederknieten und die Gottesmutter mit großer Ehrfurcht und Überzeugung empfingen. Für sie war es nicht einfach ein Bild, sondern wirklich die Gottesmutter selber, die zu ihnen zu Gast kam. Die Weitergabe der Pilgernden Gottesmutter endete mit einem Festessen.

Hilfe, um Schönstatt anschaulich zu künden

Die nächste Station für Schwester M. Iona war ein dreitägiges Schönstattseminar in Kabibi, der Diözese von Bungoma. Es begann um 9 Uhr morgens und endete um 5 Uhr nachmittags. 45 Menschen aus verschiedenen Altersgruppen nahmen daran teil. Die Leute sorgten selber für die Versorgung, den Raum und das Programm. Auch hier trugen sie wieder ihre Schönstatt -Uniform.

Schon in frühester Zeit knüpfte Pater Kentenich an tägliche Erfahrungen an, um Schönstatts Spiritualität zu erklären. Im Gespräch mit den Führern der Bewegung in Kabibi entdeckte Schwester M. Iona, dass die Leute eine bestimmte Art haben, um ein Feuer zu machen: sie gebrauchen drei Steine. Anhand dieses Beispiels konnte Schw. M. Iona die drei Kontaktstellen, die wesentlich zu Schönstatt gehören, erklären: die Gottesmutter, das Kapellchen und Pater Kentenich. Jeder der Steine ist notwendig, um den Topf zu halten und sie müssen gut ausbalanciert sein. Anhand dieses Beispiels erkannten die Leute, dass das Holz zum Feuermachen die Beiträge zum Gnadenkapital sind, ohne dass Schönstatt die Welt nicht zu einem Feuerbrand entzünden kann.

Die Beichte – ein Höhepunkt des Seminars für die Mädchen

Wie schon erwähnt, nahmen 85 Mädchen am Seminar teil. Das war eine Überraschung, denn nur 45 hatten sich gemeldet. Sr. M. Philis leitete das Seminar und Sr. M. Iona unterstützte sie dabei. Es gelang ihnen in bewundernswerter Weise zu sorgen, dass alle genug zu essen bekamen und alle zufrieden waren. Der Höhepunkt für Sr. M. Iona war, dass von den 85 Mädchen mehr als 50 zur hl. Beichte gingen, auch zur großen Überraschung des Priesters. Schon über die Jahre ist es Brauch, den Mädchen den Sinn der hl. Beichte zu erklären, damit sie die Beichte besser verstehen.

Das Seminar endete, indem jedes der Mädchen ein Hausheiligtum bastelte, um die Gottesmutter in ihrem Heim zu haben.