Ausbildung

Der Weg als solcher beginnt mit einem halbjährigen Postulat, einer Zeit, in der die Einzelne und die Gemeinschaft sich gegenseitig kennen lernen und klären, ob der Weg als Schönstätter Marienschwester der persönlichen Berufung entspricht.

Am Ende dieser Probezeit steht die feierliche "Einkleidung": Die Novizinnen erhalten das Schwesternkleid.

Den Abschluss des Noviziates bildet die erste Aufnahme in die Gemeinschaft.

Zunächst wird die Schwester für ein Jahr aufgenommen, dann für zwei, dann für drei Jahre. Danach erfolgt die Aufnahme der Einzelnen für immer.

Als Zeichen für die endgültige Aufnahme ins Institut erhält die Schwester einen Ring.

Innerhalb dieser sechs Jahre sind zwei Intensivzeiten (Terziate) von je fünf Monaten vorgesehen, in denen die Schwestern eines Kurses weiter in die Spiritualität Schönstatts eingeführt werden und Hilfen zur Persönlichkeitsentfaltung und Vertiefung des religiösen Lebens erhalten.

 

Fragen an uns

Diese Fragen werden uns immer wieder gestellt.
Einzelne von uns geben darauf Antwort:

Wie wird man in der heutigen Zeit noch Schwester?

Gute Frage. Man wird Schwester so wie man eine gute Ehefrau und Mutter wird, nämlich indem man seiner Berufung folgt. Das ist so etwas wie seine ureigenste Identität finden, das entdecken, was Gott in einen hinein gelegt hat und dann den Mut habe es zu leben und zwar mit ganzer Konsequenz.

Also ich habe eine Schwester erlebt und die hat mich sehr angesprochen und durch sie fand ich dann auch den Zugang zu dieser sehr besonderen Lebensform. Natürlich kam dann noch hinzu, dass ich die Schönstattbewegung ganz toll fand, die Spiritualität Pater Kentenichs, das Heiligtum mit der Gottesmutter und die Gemeinschaft.
Irgendwann fing es an in mir zu arbeiten und ich habe mich so langsam innerlich dem Gedanken genähert Schwester zu werden. Und heute bin ich es und sehr glücklich dabei. (Deutschland)

Ich habe mich auf die Suche nach dem Sinn meines Lebens gemacht. Ich wollte, dass Gott noch mehr Raum in meinem Leben bekommt. Als mir klar war, dass ich mich radikal für Gott einsetzen möchte, mit meiner ganzen Persönlichkeit Gott zu den Menschen bringen möchte, habe ich die Schönstätter Marienschwestern – und zwar die Anbetungsschwestern – kennen gelernt. Ihre Art und Weise zu beten, miteinander umzugehen im Alltagsleben hat mich stark fasziniert. Ich habe gespürt, die leben das, was ich suche. Und es hat mich beeindruckt zu erleben, in dieser Gemeinschaft sind noch viele junge Schwester und zwar aus vielen Ländern. (Deutschland)

Es war für mich kein langer Kampf, diesen Weg zu gehen. Unsere Familie war tief religiös. Als ich ganz klein war, erzählte mir meine Mutter immer, dass die Gottesmutter uns liebt und wir sollten ihr ein kleines Geschenk machen und unser Wohnzimmer, wo wir das Kreuz, ein Heilandsbild und das Bild der Gottesmutter hatten, immer mit Blumen schmücken. Das hat mir unheimlich gut gefallen und wir Kinder suchten jeden Nachmittag Blumen für die Gottesmutter.
Als ich erwachsen wurde, verlor ich das Interesse daran, aber etwas ist mir aus dieser Zeit hängen geblieben: den Menschen zu helfen, die in Not sind. Ich wusste nicht, wie das gehen sollte. Aber ich wusste, dass eine Schwester, die sich Gott geweiht hat, viel für die Menschen in Not tun kann, sie kann für sie da sein, für sie beten.
Das war für mich wichtig in meiner Entscheidung für diesen Weg. (Indien)

Welche Anregung war für Sie entscheidend, diesem Weg zu folgen?

Mein Anstoß, ernst zu machen, waren meine Sehnsucht und die Überzeugung: Gott ruft mich. Er möchte, dass ich aus Liebe ein ganzes Ja zu ihm sage. (Deutschland)

Die Liebe und Sorge einer Marienschwester, die sie allen Menschen ausnahmslos entgegenbrachte. (Mexiko)

Das Gespräch mit einer Marienschwester. Es ging darum meine Zukunft zu planen: Studium oder Beruf, damit hing die Frage zusammen ob ich heiraten würde (hatte einen Freund) oder noch nicht. Irgendwie kamen wir darauf, dass die Liebe zu einem Mann Ausdruck der Liebe Gottes ist, also meine Gottesliebe kanalisiert. Da wurde mir plötzlich klar, dass ich mich ganz und gar Gott schenken möchte. Dieses radikal und ganz war entscheidend für mich.

Es war zum einen das Heiligtum mit seiner Atmosphäre und das Bild der Gottesmutter, das mich angezogen hat. Ich fühle mich geborgen und angenommen, so wie ich bin, ohne Maske.
Zum anderen waren es die Schwestern, die mir imponierten in ihrem Umgang mit anderen Leuten. Sie nahmen jeden an und auf, wie er war. (Deutschland)

Begegnungen mit verschiedenen religiösen Menschen ließen in mir die Sehnsucht wachsen, mehr aus meinem Leben zu machen. (Schweiz)

Gab es auf Ihrem Berufungsweg Zeichen, die Ihnen halfen, klarer zu sehen? Können Sie etwas davon erzählen?

Ja, sicher gab es Zeichen, die mir halfen bei meiner Entscheidung. Ich erinnerte mich gut an zwei Predigten, die ich bei Einkleidungsfeiern gehört habe. Beide Male ging es um die Berufung als ein Wagnis. Einmal kam das Bild vom Drachenflieger, der abspringen muss, wenn er fliegen will. Das andere Mal ging es um einen kleinen Jungen, der über einen Graben springen wollte und sich nicht traute. Er nahm seine Mütze und warf sie hinüber und dann musste er springen, um sie zu holen.
Und so habe ich dann auch „meine Mütze“ über den „Graben“ geworfen und bin gesprungen. (Deutschland)

Eigentlich stand mein Lebensentwurf fest: Ich werde Erzieherin, heirate und habe mindestens vier Kinder...
Aber plötzlich, ich war gerade 17 Jahre alt, ergriff mich eine innere Unruhe. Ständig kam in mir der Gedanke, dass ich vielleicht doch nicht heiraten soll, sondern Schwester werden. Von außen hatte mir nie jemand die  Frage gestellt, ich selbst hatte mich bis dahin nicht im Entferntesten mit ihr auseinander gesetzt. Weil diese Frage so konträr zu meiner Vorstellung von einem gelungenen Leben stand, suchte ich Argumente, um die Stimme zum Schweigen zu bringen: ich bin noch zu jung; ich muss erst meinen Beruf fertig machen; die Eltern wären traurig, wenn ihre jüngste Tochter einen solchen Weg geht...
Doch sobald ich wieder ein neues Argument gefunden hatte, spürte ich, dass es nicht zählte. Ich konnte vor mir selbst nicht bestehen.
Diese 5-6 Wochen des Hin- und Her gerissen sein sind sicher die intensivste Zeit meines bisherigen Lebens. Ich konnte und wollte mit niemandem über das sprechen, was in mir vor sich ging. Das war etwas, was nur Christus und mich betraf. Die Entscheidung musste ich selbst fällen.
Und der Moment der Entscheidung hat sich mir so tief eingeprägt, dass er mir heute noch vor Augen steht. Bei einer Meditation der Pfarrjugend zum Christkönigsfest 1985 – vom Inhalt weiß ich nichts mehr – sagte ich „Ja“ und fühlte mich auf einmal als der freieste und glücklichste Mensch der Welt. Ich war frei, mein Leben Christus als Schönstätter Marienschwester ganz zu schenken. (Deutschland)

Schon als Kind hatte ich die Sehnsucht, einmal in der Mission zu arbeiten. Als ich dann älter wurde und meine Berufung suchte, fragte ich: Wie kann diese Sehnsucht mehr konkret werden?
Die göttliche Vorsehung führte mich in die Ausbildung zu den Schönstätter Marienschwestern. Dort lernte ich die Schönstatt-Mädchenjugend kennen. Durch die Begegnung mit dem Urheiligtum wurde mir klar: Hier gehöre ich hin. Durch Ferien und Tagungen in Schönstatt lernte ich die Gemeinschaft unmittelbarer kennen, während der Ausbildung ebenfalls.
Es wurde mir immer klarer: das ist die Gemeinschaft, zu der ich mich hingezogen fühle. In allen Höhen und Tiefen, in denen ich diese Berufung durchlebte, war immer das Heiligtum der Ort, an dem ich mir immer wieder bei der Gottesmutter Klarheit holte.
Zuletzt schien die Erfüllung der langen Sehnsucht an der familiären Situation zu scheitern. Ich war das einzige Kind und meine Eltern waren beide krank. Für mich wurde es zur Gewissensfrage: Kann ich die Eltern im Stich lassen und in die Gemeinschaft gehen und so meinen Wünschen folgen. Aber waren es nur meine Wünsche? Da war auch die Frage: Welche Priorität hat der Ruf Gottes?
In dieser Frage erbat ich den Rat Pater Kentenichs, es war in seinen letzten Lebensjahren. Auf einen Brief hin antwortete er mir durch eine Einladung zum Gespräch nach Schönstatt und zur Teilnahme an der Einkleidungsfeier. Pater Kentenich nahm sich viel Zeit für das Gespräch. Er nahm die Situation ernst, erkundigte sich sehr gründlich nach den Verhältnissen. Dann überlegte er mit mir, wie bei diesen Gegebenheiten eine konkrete Lösung aussehen könnte. Ein Jahr später konnte ich dann meinen Weg in die Gemeinschaft beginnen und bin bis heute glücklich. (Deutschland)

Kontakt

Wenn Sie persönlichen Kontakt aufnehmen und "live" mit einer Schönstätter Marienschwester sprechen möchten, können Sie das an folgender Adresse tun:

Schwester M. Tabea Platzer
Berg Schönstatt 9
56179 Vallendar

Tel. 0261 6506-1108
Mail info@s-ms.org