11.06.2015

Fronleichnamsfest auf Berg Schönstatt, 7.6.2015

Fronleichnamsvorbereitungen in Schönstatt

Wenn man sich am Fronleichnamswochenende in Schönstatt aufhält, kann man ab Freitag auf Berg Schönstatt und in der Umgebung besondere Aktivitäten wahrnehmen: Marienschwestern und viele freiwillige Helfer, die Blumen und Blüten sammeln, die Konturen für die Blumenteppiche abmessen und vorbereiten… Am Samstag werden dann die Blumenteppiche gelegt. Auch dieses Jahr waren wieder viele – darunter nicht wenige Familien mit ihren Kindern – bereit, diesen schönen Dienst zu tun.

 

Entzünden wir die Welt mit der barmherzigen Liebe Gottes, die uns allen geschenkt ist

Geht, entzündet die Welt! Das Fronleichnamsfest in Schönstatt unter diesem Motto begann mit einer festlichen Hl. Messe um 8.30 Uhr in der Anbetungskirche auf Berg Schönstatt. Dr. Bernd Biberger, Generaldirektor der Schönstätter Marienschwestern, stand der Feier vor. Er begrüßte die konzelebrierenden Priester, die Kinder und alle, die sich in großer Zahl eingefunden hatten, sehr herzlich. „Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters.“ [1] Mit diesem Satz aus der Bulle zur Verkündigung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit von Papst Franziskus eröffnete er seine Predigt. In dreifacher Hinsicht werde die barmherzige Liebe Gottes durch die Eucharistie sichtbar: Zunächst durch das Erlebnis der ‘Gemeinschaft mit dem Herrn‘ – insbesondere der Mahlgemeinschaft. Wie Jesus schon damals nicht nur mit den Gerechten, sondern auch mit Zöllnern und Sündern zu Tisch saß, so lässt er uns auch heute in jeder heiligen Messe erfahren, dass wir immer von Gott geliebt sind. In der Eucharistie wird sodann das Kreuzesopfer Christi gegenwärtig gesetzt. „Auf diese Weise eröffnet uns Gott einen Weg,“  so Dr. Biberger, „auf dem wir Menschen mit unserer Erbärmlichkeit, mit unserer Schuld, mit unseren Grenzerfahrungen in die Barmherzigkeit Gottes hineinfinden können. … Gottes vergebende Liebe heilt, was in unserem Leben unheil ist.“ Und schließlich ist die Eucharistie ‘Unterpfand der künftigen Herrlichkeit.‘ In ihr „ermöglicht Gottes barmherzige Liebe dem Menschen eine neue Zukunft.“ Das Motto der diesjährigen Fronleichnamsprozession ruft uns somit auf, „dass wir die Hoffnung, aus der wir leben, in unsere Welt hineintragen“ und sie entzünden mit der barmherzigen Liebe Gottes, die uns geschenkt ist.

 

Christus, das Licht, in unsere Welt tragen

Schon während der Hl. Messe stimmten die schwungvollen Lieder des Vokalensembles der Marienschwestern auf das Thema der Prozession ein. Bei der anschließenden Prozession über Berg Schönstatt wurden viele Landesfahnen als Zeichen für die Internationalität Schönstatts mitgetragen. Die Kinder waren eingeladen, die Prozession vor dem Allerheiligsten beim Bild der Gottesmutter zu begleiten und Blumen zu streuen. Die bewährte Musikkapelle Niederwerth gab wie bereits in früheren Jahren der Prozession einen würdigen musikalischen Rahmen. Ein Segenslied, von Schwestern in Spanisch gesungen, und die Mitwirkung von zwei Fackelläufern, die das Allerheiligste begleiteten, gaben der Prozession eine weitere besondere Note. Das Anliegen, die Fackel Schönstatts für Gott und die Gottesmutter in die Zukunft zu tragen, gab die Inspiration für das Motto der Fronleichnamsprozession. So fanden sich unter den vielfältigen Motiven der Blumenteppiche eine große Fackel vor dem Noviziatshaus, Feuerflammen in verschiedensten Formen und auch das Logo der Fackelläufer.

 

Geht, entzündet die Welt!

Eindrucksvoll nahm die Fronleichnamsprozession die vielen Teilnehmer durch die Verehrung des eucharistischen Herrn in Gebeten und Liedern, vor allem aber durch die Motive der Blumenteppiche in eine Atmosphäre hinein, die die brennende Liebe Gottes zu uns Menschen spürbar machte und die Herzen entzündete. Bei der ersten Statio vor dem Schulungsheim zeigte der Blumenteppich ein ewiges Licht in Form einer Weltkugel auf einer Opferschale, wie es in vielen unserer Schönstattheiligtümer zu finden ist. Es weist uns hin auf die Gegenwart Jesu im Tabernakel. Beim Heiligtum der Schwestern war das Motiv der Innenseite der rechten Tabernakeltür des Schönstattheiligtums abgebildet. Maria sagt Ja zu ihrer Berufung, Mutter Jesu zu werden. Von Freude erfüllt geht sie übers Gebirge zu ihrer Kusine Elisabeth. Sie freut sich über ihre Auserwählung und singt das Magnifikat![2] Vor dem Mutterhaus fand die dritte Statio statt. Im Blumenteppich dort symbolisierten Elemente aus dem Schönstatt-Logo eine Feuerschale. Quelle des Lichtes und der Wärme des brennenden Feuers Schönstatts ist das kleine Heiligtum. Die ganze internationale Schönstattbewegung hat hier ihren Ursprung und trägt von hier aus das Feuer weiter … für eine neue Welt. Der vierte und letzte Altar für den eucharistischen Segen befand sich vor der Anbetungskirche. Davor wurde ein Kreuz in Form eines brennenden Dornbuschs mit Blumen gelegt. Das Feuer der Liebe Gottes wird besonders sichtbar im Zeichen des Kreuzes. Gott offenbart sich nicht nur als der ‘Ich bin da‘ am brennenden Dornbusch, sondern sendet Jesus Christus, seinen Sohn, in diese Welt, um uns zu erlösen. Auch wir sind gesandt: in unsere Familie, an unseren Arbeitsplatz, … mit dem Feuer der Liebe und des Friedens. An jeder Statio gab es Gelegenheit das Wort Gottes zu hören und Bitten und Anliegen vor Gott zu tragen, insbesondere um geistliche Berufe im Jahr des gottgeweihten Lebens, sowie durch das Ave Maria in zahlreichen Sprachen für die vielen Nöte unserer Welt, in die wir gesandt sind. An der dritten Statio hatten die Kinder eine Katechese, in der sie lernten, dass Jesus nicht nur die Mitte des Universums, sondern auch die Mitte jedes Einzelnen ist. Sie erhielten ein MTA-Bild auf dem das ‘absolute Gewinnerteam‘ abgebildet ist: Jesus und Maria. Wenn wir zu ihrem Team gehören, wird unser Leben bunt und gelingt.

 

Wir sind beauftragt, unsere Welt neu zu entzünden mit der Flamme des Glaubens und der Liebe

Vor dem feierlichen Einzug des Allerheiligsten in die Anbetungskirche, wo sich eine weitere heilige Messe anschloss, dankte Dr. Biberger allen, die so zahlreich gekommen waren und den vielen, die an der Gestaltung und Vorbereitung des Gottesdienstes und der Prozession beteiligt waren. Den Impuls, der von diesem Tag ausgehen soll, fasste er in die Worte: „Wir sind beauftragt, unsere Welt neu zu entzünden mit der Flamme des Glaubens und der Liebe.“  Viele nutzten dann die Gelegenheit, die Blumenteppiche noch einmal persönlich auf sich wirken zu lassen. Den ganzen Tag war ein buntes Treiben auf dem Berg und im Tal, wo ein vielfältiges Programm angeboten wurde: Meditationen im Heiligtum der Schwestern, eine eucharistische Andacht am Altar vor dem Schulungsheim, sowie in der Pilgerkirche, das Theater „Fünf Brote und zwei Fische“, aufgeführt von Schülerinnen der Marienschule, eine Präsentation der Fronleichnamsprozession im Pilgerhaus, sowie ein Mitmachprogramm für Kinder, Informationsstände und natürlich auch die Möglichkeit für einen kleinen Imbiss und zum Kaffeetrinken. Echos wie „Hier kann man mit dem Herzen dabei sein,“ „Alles ist mit so viel Liebe gemacht,“ sowie Begeisterung von Menschen die schon kommen, seit ihre nun erwachsenen Kinder klein waren, oder andere, die das Fronleichnamsfest auf Berg Schönstatt dieses Jahr zum ersten Mal miterlebt haben, konnte man öfter wahrnehmen. So gilt unser Dank allen, die dieses wunderbare Fest ermöglicht haben, besonders allen freiwilligen Helfern. Vor allem aber danken wir dem Dreifaltigen Gott und der Gottesmutter, die uns nicht zuletzt durch das schöne Wetter, viel mehr aber durch die Gnaden des Tages überreich beschenkt haben.

 


[1] Papst Franziskus, Misericordiae Vultus. Verkündigungbulle des Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit.

[2] Aus der Beschreibung der Blumenteppiche 2015.

Von: Sr. M. Luka Jünemann, Schönstatt