03.06.2013

Fronleichnamsfest auf Berg Schönstatt, 2. Juni 2013

 

 

Im Blick auf die ungünstige Großwetterlage im Umkreis des diesjährigen Fronleichnamsfestes war es wirklich keine Selbstverständlichkeit, dass das Fronleichnamsfest auf Berg Schönstatt, das inzwischen viele Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung anzieht, in der gewohnten Feierlichkeit stattfinden konnte.

 

 

Letzte Vorbereitungen

 

Schon am Vortag stellten sich unerwartet viele ein, die helfen wollten: Familien mit Kindern, kleine Gruppen von Jugendlichen oder aus Schulklassen. Mit Geschick, Ausdauer und Phantasie entstanden den ganzen Prozessionsweg entlang die schönsten Blumenteppiche.

 

 

Fest des Glaubens

 

Viele Priester aus den Schönstattgemeinschaften, Wallfahrtsgruppen und Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung füllten am Sonntagmorgen dann die Anbetungskirche bis zum letzten Platz. Die Orgel und das Vokalensemble der Schönstätter Marienschwestern gaben ihr Bestes. Das festliche Gloria, in mehreren Sprachen gesungen, und die vielen Landesfahnen, die im Altarraum aufgestellt waren, hoben die Internationalität des hier versammelten Gottesvolkes beeindruckend ins Bewusstsein.

 

In seiner Predigt griff Dr. Bernd Biberger, Generaldirektor der Schönstätter Marienschwestern, das für den Gottesdienst und die Prozession zum Glaubensjahr formulierte Thema auf: „Credo, Domine. Ich glaube, Herr.“ Im Glauben, so Dr. Biberger, geht es um mehr als um natürliches Wissen. Treffend ausgedrückt ist dieser Vorgang im bekannten Hymnus von Thomas von Aquin: „Gottheit, tief verborgen …“. Fronleichnam ist ein Fest des Glaubens an die Gegenwart Christi in den Gestalten von Brot und Wein. Dieser Glaube ist Glaube an das Wort, das Jesus beim Letzten Abendmahl gesprochen hat. Es kommt in ihm aber auch eine Begegnung zustande zwischen ihm, der spricht und dem, der angesprochen wird. Das Fronleichnamsfest lädt uns ein zum Glauben an Jesu Wort und zur Gemeinschaft mit ihm in der heiligen Kommunion.

 

 

Den Segen Gottes hinaustragen

 

Mit dem eucharistischen Herrn in ihrer Mitte, begleitet von der Musikkapelle Niederwerth, den Landesfahnen und den Kindern, die Blumen streuten oder kleine Fahnen trugen, zog die Prozession im Anschluss an die Eucharistiefeier singend und betend über Berg Schönstatt – Symbol dafür, dass der Segen Gottes aus dem Kirchenraum hinaus zu allen Menschen, in ihre Lebens- und Arbeitswelt getragen werden will.

 

„Du bist der Herr, ich glaube dir …“ erklang jeweils bei einer kurzen Statio mit eucharistischem Segen an den vier Altären. Jesus ist immer da – oben und unten und überall – und da, wo er ist, ist immer auch seine Mutter dabei! Daran erinnerten sich die Kinder am dritten Altar, und entsprechend durften sie sich aus der „Schatzkiste“ ein Bild von Jesus und seiner Mutter mitnehmen. 

 

 

„Wer glaubt, ist nie allein!“

 

Nach dem Te Deum am Schluss der Prozession wurde allen gedankt, die in so vielfältiger Weise bei der Gestaltung des Festes mitgewirkt hatten, vor allem aber dem dreifaltigen Gott – für die günstige Witterung, die alle „Notfallpläne“ unnötig gemacht hatte, aber auch im Blick auf die erfahrene Gemeinschaft, die im Gottesdienst zuvor mit dem Liedvers zum Ausdruck gebracht wurde: „Wer glaubt, ist nie allein …“. Der spontane Beifall war eine Geste, die sehr treffend unterstrich, was an diesem Morgen zum Erlebnis wurde: das Geheimnis der Gegenwart Gottes im Sakrament der Eucharistie und die Freude am Glauben, der in der Gemeinschaft erfahrbar wird. 

 

 

Es geht weiter

 

Den ganzen Nachmittag über hielt der Zustrom auf Berg Schönstatt an. Viele kamen zum Betrachten und Fotografieren der Blumenteppiche und zu den Programmpunkten, die bis zum Abend angeboten wurden.

 

Zu wünschen bleibt, dass das Erlebte weiterhin spürbar bleibt: „Wer glaubt, ist nie allein!“