30.03.2013

Ärztin für die Armen, Florencio Varela/Argentinien

Als Ärztin in einem Armenviertel von Florencio Varela helfe ich vielen Menschen in ihrer Krankheit, betreue sie, gebe ihnen Medikamente, und wenn es nötig ist, helfe ich ihnen auch mit Lebensmitteln, Wäsche und allem, was sie brauchen.

An einigen Tagen in der Woche arbeite ich ein einem großen städtischen Hospital in Buenos Aires. Das ermöglicht mir, Kranke aus dem Armenviertel dorthin mitzunehmen, wo sie als Arme unentgeltlich behandelt werden. An den Tagen, an denen ich Bereitschaftsdienst habe, behandle ich Menschen ohne Unterkunft, die zum Beispiel in Wartesälen oder öffentlichen Parks usw. schlafen. Sie bekommen von mir ein Abendessen und oftmals kann ich ihnen auch etwas zum Frühstück mitgeben.

Die andere Hälfte der Woche verbringe ich in Florencio Varela, wo ich außer meiner Praxis eine kleine Apotheke leite, in der Kinder und Erwachsene unentgeltlich Medikamente erhalten. Zudem versorgen wir manche Kranke mit Brillen, Gehhilfen, Sonden usw.

Ursachen der gesundheitlichen Probleme sind meist ungenügende Ernährung, verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene. Viele der Kranken haben ernste Probleme mit den Zähnen. Auch die schlechten Wohnverhältnisse fördern Krankheiten.

In Florencio Varela konnte ich einer alleinstehenden Mutter mit vier Kindern aus einer großen Notsituation helfen, indem ich mit Hilfe von Spenden ein Zimmerchen für die Kinder anbauen ließ, da diese bisher in der Küche schlafen mussten.

Zurzeit läuft ein Projekt, das ich mit meinen ärztlichen Kolleginnen vor einem Jahr in einem der extremsten Armenviertel von Buenos Aires begonnen habe. Wir lassen Bettchen herstellen für die kleinsten Kinder von Familien oder alleinerziehenden Müttern, die in sehr elenden Hütten leben, wo immer die Gefahr besteht, dass sich die Babys durch Unfälle verletzen, weil sie keine eigene Schlafgelegenheit haben und aus den Betten der Eltern oder Mütter herausfallen. Das Material für ein Babybett kostet incl. Matratze 42 Euro. Bis heute konnten wir Dank der Spenden aus Deutschland etwa 70 Bettchen mitsamt Matratzen, Betttüchern und Wolldecken verteilen.

Unter meinen derzeitigen Patientinnen ist auch ein kleines Mädchen mit einem starken Down-Syndrom und es leidet außerdem an Zöliakie. Die Eltern können das Geld nicht aufbringen, weder für die teuren Medikamente noch für die zöliakiefreien Lebensmittel. So gut es mir möglich ist, versorge ich das Kind mit Mustermedikamenten und kaufe von dem gespendeten Geld die notwendigen Nahrungsmittel.

All diese Projekte sind für uns eine tägliche Herausforderung. Wir sind dankbar, dass wir nicht allein sind, sondern vielfältige Hilfe erfahren.

 

Kennwort: Schw. Mariana Nunez, Florencio Varela

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Von:Schw. Mariana Nuñez